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23. Juli 2018, 07:06 Uhr

"Glühende Landschaften"

Landesagrarminister Habeck rechnet mit heftigen Einbußen durch Dürre

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Habeck befürchtet massive Ernteausfälle durch die Hitzewelle. Der Grünen-Chef spricht von einem Seuchenjahr - und schlägt eine radikale Lösung vor.

Felder brennen ab, Getreide auf ihren Feldern können sie nur noch häckseln: Landwirte in Deutschland klagen seit Wochen über die anhaltende Dürre. Nun hat auch der schleswig-holsteinische Agrarminister Robert Habeck von einem "echten Seuchenjahr für die Landwirtschaft" gesprochen. Die Bauern, "denen es ja auch schon zuvor ökonomisch nicht gut ging", müssten mit "dramatischen Einbußen rechnen", sagte der Grünen-Parteichef der Zeitung "Die Welt". "Wir haben glühende Landschaften."

Die Tierhaltung in ihrer sehr intensiven Form stoße an ihre ökologischen Grenzen. "Im Winter kann die Gülle nicht ausgebracht werden, im Sommer mangelt es an Futter. Wir müssen den Tierbestand reduzieren." Der Klimawandel erzwinge es, "dass wir für die Bauern Einkommensmodelle entwickeln, die jenseits des bisherigen Systems von 'Wachse oder weiche', also 'Produziere immer mehr, hab mehr Tiere oder gib auf' funktionieren."

"Obergrenze der Viehhaltung"

Als Gegenmodell brachte Habeck eine Umsteuerung zu einer flächengebundenen Landwirtschaft ins Spiel: "Ein Betrieb sollte nur so viele Tiere haben, wie er mit dem Ertrag seiner Flächen grundsätzlich ernähren kann." Bauern, die weniger Kühe haben, würden dann eine höhere Prämie bekommen. So könne das "industrielle Wachstum mit zu vielen Tieren auf engem Raum und zu viel Güllebedarf samt entsprechenden Nitraten im Grundwasser" gestoppt werden.

Sollte dies nicht geschehen, fordert der Grünen-Vorsitzende eine radikalere Lösung: eine "Obergrenze der Viehhaltung". "Das hieße, dass man beispielsweise nicht über zwei Großvieheinheiten - das sind zwei Kühe - pro Hektar gehen darf." Die Agrarsubventionen würde Habeck dabei nicht erhöhen, sondern bei etwa 350 Milliarden Euro EU-weit pro Förderperiode bleiben.

Die Rekordtrockenheit führt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) derzeit vor allem in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Hessen und im Norden Bayerns und Baden-Württembergs zu angespannten Situationen. Auch der Nordosten hatte mit Trockenheit zu kämpfen, dort hat es aber zumindest in der vergangenen Woche geregnet. Eine DWD-Karte zeigt die trockensten Regionen Deutschlands.

apr/dpa

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