Zalando-Schwesterfirma Samwer-Brüder bringen Rocket Internet an die Börse

Noch in diesem Jahr soll es so weit sein: Die deutsche Internet-Holding Rocket Internet hat den Börsengang angekündigt. Das Volumen soll rund 750 Millionen Euro betragen.
Internetunternehmer Oliver Samwer: Börsengang noch 2014

Internetunternehmer Oliver Samwer: Börsengang noch 2014

Foto: Andreas Rentz/ Getty Images

Frankfurt am Main - Rocket Internet will noch in diesem Jahr an die Börse. Die Holding von jungen Internetunternehmen hat am Mittwoch offiziell den Startschuss für das lange erwartete Initial Public Offering (IPO) bekannt gegeben. Damit will Rocket etwa 750 Millionen Euro einnehmen, teilte das Unternehmen der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer mit.

"Der Börsengang ist der nächste logische Schritt auf dem Weg zu unserem erklärten Ziel, die weltweit führende Internetplattform außerhalb der USA und Chinas zu werden", erklärte Mitgründer und Chef Oliver Samwer.

Das Geld soll demnach in weiteres Wachstum fließen. Knapp 15 Prozent der Anteile werden beim Börsengang platziert. Demnach strebt das Unternehmen eine Gesamtbewertung von fünf Milliarden Euro an. Damit würden die Samwer-Brüder offiziell zu Multimilliardären. Sie halten über ihren Global Founders Fund nach jüngsten Angaben die Mehrheit an Rocket mit 53,7 Prozent. Weitere bedeutende Anteilseigner sind unter anderem die schwedische Investmentfirma Kinnevik und United Internet  .

Mehr als 50 Firmen in 102 Ländern

Bereits im Mai hatte es erste Medienberichte über einen bevorstehenden Rocket-Börsengang gegeben. Im Oktober könnte es so weit sein, denn von der Ankündigung bis zum ersten Handelstag vergehen in der Regel vier Wochen.

Rocket Internet war 2007 gegründet worden und bringt hauptsächlich Internet-Start-ups auf den Weg, der Schwerpunkt liegt auf dem Onlinehandel. Die Holding ist derzeit mit mehr als 50 Firmen von Busreise-Plattformen über Essenslieferdienste bis zu Zahlungsabwicklern in 102 Ländern aktiv, allerdings nicht in den USA und in China. Insgesamt arbeiten in den Firmen Rocket zufolge mehr als 20.000 Menschen.

Aus dem Silicon Valley wird Rocket häufig vorgeworfen, Ideen von US-Start-ups bis auf Design und Logo zu kopieren. Die Berliner Firma kontert, entscheidend sei nicht eine Idee, sondern die Umsetzung.

Zu den Firmen, die unter dem Dach von Rocket groß geworden sind, zählt auch der Modehändler Zalando. Erst in der vergangenen Woche hatte Zalando ebenfalls Börsenpläne offiziell gemacht. Damit könnten in Kürze die beiden größten Internetbörsengänge in Deutschland seit den Zeiten des Neuen Marktes über die Bühne gehen.

fdi/Reuters/dpa
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