Samwers Start-up-Holding Rocket Internet macht 200 Millionen Euro Verlust

Fast 200 Millionen Euro Verlust hat Rocket Internet im Jahr 2015 geschrieben. Konzernchef Oliver Samwer verspricht für dieses Jahr bessere Zahlen.

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer im Juni 2015
REUTERS

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer im Juni 2015


Rocket Internet hat das vergangene Jahr mit einem Verlust von 197,8 Millionen Euro abgeschlossen. Grund für das Minus bei dem Berliner Start-up-Konzern seien vor allem die anteiligen Verluste der Beteiligungen gewesen, teilte Rocket Internet mit. Außerdem sei weniger Geld durch Verkäufe oder Börsengänge hereingekommen. Im Jahr davor hatte die Holding noch 428,8 Millionen Euro verdient.

Der Umsatz blieb nahezu unverändert bei 128 Millionen Euro. Bei der Dachgesellschaft Rocket Internet werden ausschließlich Beteiligungen an zahlreichen Internetfirmen verwaltet, die nach wie vor allesamt in den roten Zahlen stecken. Zu Rocket gehören mehr als 30 Start-ups weltweit - darunter die Online-Möbelhändler Home24 und Westwing sowie der Wohnungsvermittler und Airbnb-Konkurrent Wimdu.

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer wird in der Mitteilung des Konzerns aber damit zitiert, dass im vergangenen Jahr der Höhepunkt der Verluste überschritten worden sei und die Ertragslage sich in diesem Jahr deutlich verbessern werde. Es bleibe das Ziel, im Jahr 2017 drei Rocket-Beteiligungen aus der Verlustzone zu bringen.

Gerade rechtzeitig zur Präsentation der Jahreszahlen für 2015 hatte Rocket Internet erst vor zwei Tagen den Verkauf eines Mehrheitsanteils an dem asiatischen Onlinehändler Lazada verkünden können. Käufer ist der größte chinesische Internethändler Alibaba, der dafür 137 Millionen Dollar an Rocket Internet zahlt. Im Februar hatte die Holding fünf Essenslieferdienste in Südeuropa und Lateinamerika für 125 Millionen Euro an die britische Lieferplattform JustEat verkauft.

fdi/dpa



insgesamt 49 Beiträge
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crunchy_frog 14.04.2016
1.
Eine Heuschrecke, die mit Unternehmen und Arbeitsplätzen umgeht wie wenn es Casinochips wären, hat sich verzockt. Das tut mir aber leid für die ganzen Investoren, die schon auf dicke Profite gehofft haben.
Dudenquatscher 14.04.2016
2. Womit Gewinn machen?
Wer sich die Geschäftsmodelle und Zahlen genau ansieht, der weiß, daß hier niemals wirklich Gewinn geschrieben wird. Diese Firmen stellen nichts her, vermitteln nur Dienste und Leistungen, die es ohnehin bereits gibt. Dazu noch ein Menschenverachtender Umgang mit Angestellten. Die sind nichts wert, gar nichts! Nur der Einzelhandel erleidet immensen Schaden. Zalando ist ein gutes Beispiel. Noch nie Gewinn gemacht, Hunderte-Millionen an Anlegergeldern verbrannt, schlimmste Ausbeutung von Menschen und in den Städten die Einzelhändler gehen reihenweise pleite, weil natürlich Online-Preise, die unter solchen Umständen gemacht werden, nicht zu unterbieten sind. Ich hoffe, daß es so etwas bald nicht mehr gibt, weil die Leute im Land irgendwann kapieren, daß hier nur ein paar wenige Leute reich werden, der Rest aber verliert nur!
M. Michaelis 14.04.2016
3.
Das Überrascht kaum. Kaum unterscheidbare Retortenplattformen in Serie zu starten ist kein sonderlich gutes Geschäftsmodell. Da wird nur darauf gehofft dass vielleicht eine tatsächlich greift und soviel abwirft dass man damit die ganzen Fehlversuche wettmacht.
mactor2 14.04.2016
4. Luftnummer...
Wer in dieses ganze Firmengeflecht investiert ist selber schuld. Ich weiß das machen viele. Aber das ist eben Hochrisiko. Da stützt doch nur eine Firma die andere. Verluste fahren auch viele ein, Gewinne eher wenige...
stalkingwolf 14.04.2016
5. Geschäftsmodell moralisch nicht tragbar
Wie schon erwähnt ist es moralisch und gesellschaftlich nicht tragbar. Hier müsste der Gesetzesgeber eingreifen. Es kann ja nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn ein Unternehmen jedes Jahr mehrere Millionen Verluste macht.
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