Start-up-Schmiede Rocket Internet verringert Verluste

Die Start-up-Fabrik Rocket Internet konnte im ersten Quartal ihre Verluste deutlich eindämmen. Aktionäre reagieren dennoch verhalten.

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer
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Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer


Die Berliner Start-up-Schmiede Rocket machte im ersten Quartal insgesamt einen Verlust von 86 Millionen Euro, im Vorjahresquartal war das Minus noch fast vier Mal so hoch ausgefallen.

Firmenchef Oliver Samwer sieht deshalb keinen Grund, von seinem Optimismus abzurücken. Man sei davon überzeugt, dass die ausgewählten Unternehmen in diesem Jahr "weitere Fortschritte auf dem Weg in Richtung Profitabilität verzeichnen werden", sagte er.

Zu den Hoffnungsträgern der Start-up-Fabrik gehört die Global Fashion Group (GFG), in der der Konzern seine Beteiligungen an Modefirmen bündelt. Die GFG machte im ersten Quartal einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro. Auch die Lieferdienstplattform Delivery Hero konnte ihre Umsätze auf 121 Millionen Euro verdoppeln. Das Unternehmen gilt als Börsenkandidat. Laut Insidern will das Start-up Mitte Juni seine Emission ankündigen, rund vier Wochen später sei die Erstnotiz geplant.

Ähnlich gut lief es im ersten Quartal bei HelloFresh: Der Kochbox-Lieferant kam auf einen Umsatz von 205 Millionen Euro, ein Plus von rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Jahrelang galt HelloFresh als potentieller Börsenkandidat, ein erster Anlauf wurde aber abgeblasen.

An der Börse kamen die Zahlen von Rocket Internet dennoch nicht besonders gut an. Die Rocket-Internet-Aktie verlor rund 2,6 Prozent. In den vergangenen Wochen hatten die Aktien der Start-up-Holding noch deutlich zugelegt: Gerüchte zu möglichen Börsengängen der erfolgreichen Beteiligungen trieben den Aktienkurs an.

hej/dpa-AFX



insgesamt 9 Beiträge
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ptb29 31.05.2017
1. 86 Mio. € Verluste werden hier positiv dargestellt?
Interessante Sichtweise. Ich denke aber, die Kunden werden zukünftig wieder selbst bei der Pizzeria ihrer Wahl statt bei Lieferando usw. anrufen.
spon-1305676456751 31.05.2017
2. Tolle Leistung!
Durch agressive Preispolitik im Internet dem stationären Fachhandel schädigen - und macht mit dieser für alle Seiten ruinnöser Geschäftspolitk auch noch sich selbst kaputt. Rocket Media wird seit Jahren durch Zuschüsse renditegetriebener Investoren künstlich am Leben erhalten. Bewundernswert, dass sich immer noch jemand findet, der den Märchen glauben schenkt. Das gleiche wie bei Uber: Das einzige Geheimnis ist der aggressive Preis, den viele unterbezahlte Mitarbeiter ausbaden müssen. Möchte nicht wissen, wie hoch die Managergehälter der Samwer Brüder trotz dieser miesen Zahlen sind.
OompaLoompaOfScience 31.05.2017
3. #2 Vorstandsvergütung ...
... lässt sich leicht im Jahresabschluss nachlesen. Im Jahre 2015 etwa lag sie bei insgesamt 4,5 MEU für alle drei Vorstandsmitglieder. Da braucht man gar nicht zu spekulieren.
fixik 31.05.2017
4.
Rocket Internet wird von den Medien seit Jahren überbewertet. Deren Firmengründer lag in seinem Leben wohl noch nie richtig, wurde hier aber gelobt als ob er Warren Buffet für Start-Ups wäre. Keines seiner Beteiligungen hat aber jemals Erfolg gehabt und ich sehe beim besten Willen nicht, dass da überhaupt wenigstens eine Beteiligung sich Mal als Erfolg erweisen wird. Ob Home24, Zalando, HelloFresh. Alle diese Unternehmen sind vollkommen uninnovativ. Wenn ein Möbelhändler sich eine Homepage macht, ist das immer noch ein Möbelhändler und nichts weiter. Da wurde einiges so lange überbewertet, aus home24 wurde ein innovatives Start-Up gemacht, dabei war das ganz normales neugegründetes Unternehmen. Die haben da nichts neues gemacht, was nicht schon Tausende vor denen gemacht haben. Möbelhändler gibt es schon seit einer Ewigkeit. Die meisten Neuankommlinge gehen auch in dieser Branche pleite, das wird früher oder später wohl auch Home24 drohen. Vielleicht ist Zalando durch aus der Gefahrenzone, da doch schon lange am Markt. Sein Potential hat aber wohl auch Zalando schon erreicht. Und das zieht sich bei allein Beteiligungen von Rocket Internet durch. Alles graue Mäuse, von denen die Hälfte eh bald pleite geht. Die andere Hälfte wird im besten Fall das Minus der Pleitebeteiligungen ausgleichen, aber eher nicht, sodass ich für Rocket Internet auch keine lange Zukunft sehe.
fixik 31.05.2017
5.
Zitat von spon-1305676456751Durch agressive Preispolitik im Internet dem stationären Fachhandel schädigen - und macht mit dieser für alle Seiten ruinnöser Geschäftspolitk auch noch sich selbst kaputt. Rocket Media wird seit Jahren durch Zuschüsse renditegetriebener Investoren künstlich am Leben erhalten. Bewundernswert, dass sich immer noch jemand findet, der den Märchen glauben schenkt. Das gleiche wie bei Uber: Das einzige Geheimnis ist der aggressive Preis, den viele unterbezahlte Mitarbeiter ausbaden müssen. Möchte nicht wissen, wie hoch die Managergehälter der Samwer Brüder trotz dieser miesen Zahlen sind.
Wenn die Preispolitik wenigstens aggressiv wäre, würde wenigstens der Kunde gewinnen. Die Preise bei Beteiligungen von Rocket Internet sind aber alles andere als günstig. Ob Home24 oder HelloFresh oder sonstwas, die Preise dort sind überhaupt nicht günstig.
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