Umstrittener Rosneft-Großaktionär Rohstoffhändler Glencore zahlt Milliardenbußgeld in den USA

Unter den Rohstoffhändlern ist Glencore einer der wichtigsten Akteure – und gilt seit Langem als von Skandalen umwittert. Nun bitten US-Behörden den in der Schweiz ansässigen und mit Russland verbandelten Konzern mächtig zur Kasse.
Glencore-Zentrale in Baar in der Schweiz

Glencore-Zentrale in Baar in der Schweiz

Foto: Fabrice Coffrini / AFP

Der mit Russland verquickte Schweizer Rohstoffhandels- und Bergbaukonzern Glencore hat wegen Manipulations- und Bestechungsvorwürfen einen kostspieligen Vergleich mit internationalen Justizbehörden akzeptiert. Das Unternehmen habe ein Schuldgeständnis wegen Verstößen gegen Antikorruptionsgesetze abgegeben und einer Zahlung von mehr als 1,1 Milliarden Dollar (umgerechnet sind das eine Milliarde Euro) zugestimmt, teilte das US-Justizministerium am Dienstag in Washington mit.

Glencore zahlt zudem nach eigenen Angaben rund 39,6 Millionen Dollar in Brasilien und rechnet auch noch mit einer zusätzlichen Strafe in Großbritannien. Insgesamt geht der Konzern von Vergleichszahlungen von rund 1,5 Milliarden Dollar aus. Die Summe entspreche in etwa den bereits zur Beilegung der Verfahren gebildeten Rückstellungen. Die Behörden hatten Glencore und Tochterfirmen ein jahrzehntelanges Bestechungskomplott und Ölpreismanipulationen vorgeworfen.

Schmiergeldzahlungen in zahlreichen Staaten

Das sind die Hintergründe des Falls: US-Behörden waren zu dem Schluss gekommen, dass Glencore in zahlreichen Ländern, etwa Brasilien, Venezuela und der Elfenbeinküste, Behördenvertreter bestochen habe. Dabei hätten die Schmiergeldzahlungen laut dem New Yorker Staatsanwalt Damian Williams den Betrag von 100 Millionen Dollar überschritten.

Unter anderem seien auch Gelder an Richter gegangen, um eine Verfolgung durch die Behörden in den betroffenen Ländern zu verhindern. »Bestechung war bei Glencore ein Teil der Unternehmenskultur«, so Williams.

Laut Generalstaatsanwalt Merrick Garland hat das Unternehmen aber nicht nur während rund zehn Jahren in sieben Ländern der Welt diverse Behördenvertreter bestochen. Es habe auch die Rohstoffpreiskurse manipuliert, um sich zu bereichern, sagte Garland.

Glencore unterhält unter anderem enge Geschäftsbeziehungen nach Russland. Vor einigen Jahren stieg das Unternehmen beim russischen Ölkonzern Rosneft ein, einem für seine ruppigen Geschäftspraktiken berüchtigten Staatskonzern.

beb/dpa
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