Inflationszuschlag Rolls-Royce zahlt Angestellten 2000-Pfund-Bonus

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce greift einem Teil der Belegschaft angesichts steigender Lebenshaltungskosten mit einer Sonderzahlung unter die Arme. 14.000 Beschäftigte sollen je 2000 Pfund ausbezahlt bekommen.
Angestellte von Rolls-Royce: Bonus als Ausgleich für hohe Lebenshaltungskosten

Angestellte von Rolls-Royce: Bonus als Ausgleich für hohe Lebenshaltungskosten

Foto: Chris Ratcliffe / Bloomberg / Getty Images

Steigende Lebenshaltungskosten machen auch Verbrauchern in Großbritannien zu schaffen. Der Flugzeugtriebwerkshersteller Rolls-Royce will Angestellte deshalb nun gezielt unterstützen.

Das Unternehmen bietet rund 70 Prozent seiner britischen Belegschaft eine Pauschale von 2000 Pfund (etwa 2330 Euro) an, um sie bei der Bewältigung hoher Lebenshaltungskosten zu unterstützen.

Der Konzern teilte mit, dass er 11.000 Beschäftigten in der Produktion sowie 3000 Nachwuchsführungskräften die Zahlung zukommen lassen werde. Die Mitarbeiter in der Produktion sollen das Geld erhalten, sobald die Gewerkschaft die Vereinbarung genehmigt hat. Die Nachwuchsmanager bekommen die Zahlung demnach im August.

Laut dem Unternehmen ist dies das erste Mal, dass es einen Bonus anbiete, der an das wirtschaftliche Klima und nicht an die Leistung gebunden sei.

Ein Rolls-Royce-Sprecher teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, das Unternehmen biete 11.000 Arbeitern in der britischen Fertigung zudem eine auf März zurückdatierte Lohnerhöhung von vier Prozent an.

Zuletzt hatte der britische Premierminister Boris Johnson davor gewarnt, eine drastische Erhöhung der Löhne und Gehälter könne zu weiteren Preissteigerungen führen.

Dahinter steht die Sorge, die Volkswirtschaft könnte in einen fatalen Kreislauf geraten : Stark steigende Löhne für die Arbeitnehmer führen dazu, dass die Unternehmen die Preise für ihre Waren anheben, was den Gewerkschaften wiederum als Begründung für hohe Lohnforderungen dient, mit der Folge weiter steigender Preise.

Die britische Wirtschaft hat sich von den Folgen der Coronapandemie zunächst gut erholt. Zuletzt sind die Lebenshaltungskosten aber enorm gestiegen. Britische Behörden warnten, dass die Energierechnungen der britischen Haushalte im Oktober voraussichtlich um weitere 40 Prozent ansteigen werden.

Die britische Inflationsrate erreichte im April ein 40-Jahres-Hoch von neun Prozent. Erwartet wird, dass im weiteren Jahresverlauf die Marke von zehn Prozent übertroffen werden dürfte.

Die britische Wirtschaft wird zudem von Arbeitskräftemangel, Unterbrechungen der Lieferkette, Handelsproblemen nach dem Brexit und den Folgen des Ukrainekrieges belastet.

mmq/Reuters
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