Vorstand für Infrastruktur Ronald Pofalla verlässt die Deutsche Bahn

Sein Vertrag wurde erst vor einem Jahr verlängert, er sollte Stuttgart 21 managen. Nun verkündet Ronald Pofalla seinen Abschied als Vorstand von der Deutschen Bahn. Es sei »Zeit, zu meinem nächsten Lebensabschnitt aufzubrechen«.
Ronald Pofalla (Archivbild): Aussteigen, bitte.

Ronald Pofalla (Archivbild): Aussteigen, bitte.

Foto: Arnulf Hettrich / IMAGO

Sein Seitenwechsel von der Politik zur Deutschen Bahn hatte für Kritik gesorgt. Nun verlässt der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla nach sieben Jahren den Vorstand des Staatskonzerns. Der 62-Jährige will sein Mandat auf eigenen Wunsch zum 30. April abgeben, teilte die Bahn mit. Pofalla nannte dafür persönliche Gründe. »Nach mehr als sieben Jahren im Unternehmen ist es an der Zeit, zu meinem nächsten Lebensabschnitt aufzubrechen.«

Pofallas Vertrag war erst vor einem Jahr bis Juli 2025 verlängert worden. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf einen Konzernvertreter, Pofalla erhalte keine Abfindung oder Auszahlung für die verbliebene Amtszeit. Der Wechsel des früheren CDU-Politikers zu dem Staatskonzern war 2015 umstritten gewesen. Pofalla war Generalsekretär der CDU und von 2009 bis 2013 Chef des Bundeskanzleramts unter Angela Merkel (CDU).

Bahn-Chef Richard Lutz dankte Pofalla für sein »unermüdliches Engagement für eine bessere Eisenbahn«.

Pofalla leitet das Infrastruktur-Ressort der Bahn seit 2017. Damit war er für die gesamte Infrastruktur aus Netz, Bahnhöfen und Energieversorgung zuständig. Dies ist das Schlüsselressort im Bahnkonzern. Jedes Jahr kann es über ein Investitionsbudget im zweistelligen Milliardenbereich verfügen. Eine Zeit lang galt Pofalla auch als Kandidat für den Posten des Vorstandschefs.

In seiner Funktion verantwortete Pofalla auch das Projekt Stuttgart 21, das immer wieder durch Kostensteigerungen Schlagzeilen macht. Pofalla stand unter anderem deshalb in der Kritik. Noch im vergangenen Jahr hielt der Manager an der Kostenschätzung von 8,2 Milliarden Euro fest. Ende Januar wurde bekannt, dass sich das Vorhaben um eine weitere Milliarde Euro auf 9,15 Milliarden Euro verteuern wird. Der Aufsichtsrat berät voraussichtlich am 18. März in einer Sondersitzung über das Projekt.

Mit der Regierungsübernahme durch die Ampelkoalition war auch sein Rückhalt in der Politik geschwunden, obwohl Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) zunächst am Führungspersonal des Staatskonzerns festhalten will.

mmq/dpa/AFP/Reuters