Sanktionierte Güter Rostocker Zoll setzt Frachter aus Russland fest
»Atlantic Navigator II« im Rostocker Überseehafen: »Festhalteverfügung« für aus Russland kommenden Frachter
Foto: Jens Büttner / dpaBei einem außerplanmäßigen Halt im Rostocker Überseehafen ist ein aus Russland kommendes Schiff ins Visier der Zollbehörden geraten. Es handelt sich demnach um die »Atlantic Navigator II«, einen unter der Flagge der Marshall Islands fahrenden Frachter, dem das Auslaufen aus dem Hafen vorerst untersagt worden ist.
Der Grund dafür ist die Ladung des Schiffes. »Aufgrund an Bord befindlicher, durch die EU sanktionierter Güter hat das Schiff vom Zoll eine Festhalteverfügung erhalten. Das Verlassen des Hafens ist damit untersagt«, hieß es seitens des Rostocker Hafen- und Seemannsamts. Die »Ostsee-Zeitung« (»OZ«) hatte zuvor über die Festsetzung des Schiffs berichtet.
Ungewollter Halt wird dem Frachter zum Verhängnis
Dabei steuerte die »Atlantic Navigator II« den Rostocker Hafen offenbar außerplanmäßig an: Technische Probleme am Propeller sollen den 193 Meter langen Frachter dazu gezwungen haben, am 4. März zur Reparatur im Überseehafen anzulegen. Der Schaden sei vermutlich durch eine Eisfahrt verursacht worden, so die Behörde weiter. Bei diesem Zwangsaufenthalt sei der Zoll demnach auf die sanktionierten Güter aufmerksam geworden.
Das zuständige Hauptzollamt Stralsund wies darauf hin, dass die Schiffsladung, wie alle in die EU verbrachten Waren, der zollamtlichen Überwachung unterliege. In diesem Rahmen werde insbesondere die Einhaltung der Beschränkungen des Außenwirtschaftsverkehrs, unter anderem auch die Sanktionen gegenüber Russland, geprüft. Im konkreten Fall dauerten die Ermittlungen noch an. Details zur Ladung nannte der Zoll nicht.
Nach Recherchen der »Ostsee-Zeitung« war das Schiff auf dem Weg in die USA und unter anderem mit Birkenholz und auch angereichertem Uran für US-Atomkraftwerke beladen. Diese Information sei von mehreren Quellen bestätigt worden, so die Zeitung.
Der Gesamtwert der Fracht belaufe sich auf rund 40 Millionen Euro. Das betroffene Schiff wird in der Flotte einer Reederei aufgeführt, die Niederlassungen und Büros unter anderem in Kanada, den USA, Russland (Sankt Petersburg) und der Ukraine (Odessa) betreibt.