Kahlschlag in Investmentsparte Royal Bank of Scotland streicht 80 Prozent der Jobs

Mit einem radikalen Stellenabbau schrumpft die Royal Bank of Scotland ihr Investmentbanking zusammen. Der "Financial Times" zufolge sollen bis zu 14.000 Jobs wegfallen. Das wären vier von fünf Arbeitsplätzen.

RBS-Niederlassung in London: Mitarbeiter waren gewarnt
AP

RBS-Niederlassung in London: Mitarbeiter waren gewarnt


London - Die Mitarbeiter waren gewarnt: Ende Februar hatte die Royal Bank of Scotland (RBS) angekündigt, sich im großen Stil aus dem Investmentbanking zurückzuziehen. Nun gibt es laut "Financial Times" konkrete Zahlen. Demnach streicht die Bank im Investmentbereich bis zu 14.000 Stellen.

Damit gingen durch die Einschnitte bis 2019 vier von fünf Arbeitsplätzen in dem Sektor verloren. Die Zeitung beruft sich bei ihrem Bericht auf Insider. Ein Bankensprecher kommentierte die Zahlen demnach nicht.

Ein großer Teil der Stellen wird laut "FT" in den USA und Asien gestrichen. Zudem solle die Automatisierung in der Verwaltung vorangetrieben werden. Im Zuge der Neuaufstellung solle auch das Auslandsgeschäft wo möglich zurückgefahren werden.

Die RBS hatte im Februar angekündigt, das Investmentbanking werde in 25 Ländern Europas, Asiens und des Nahen Ostens aufgegeben. Westeuropäische Länder wie Deutschland seien von den Plänen nicht betroffen.

Die inzwischen größtenteils verstaatlichte RBS war und ist einer der größten Problemfälle im weltweiten Finanzsystem. Kurz vor dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers war das britische Institut noch an der Übernahme der niederländischen Großbank ABN Amro für mehr als 70 Milliarden Euro beteiligt. Zudem hatten die Briten das Investmentbanking stark ausgebaut und eine hohe Menge an hochriskanten Wertpapieren in den Büchern.

Unter dieser Last wäre die Bank ohne staatliche Hilfe zusammengebrochen, musste mit Milliarden an Steuergeldern aufgefangen werden und kommt nur schwer aus der Krise. 2014 fiel der siebte Jahresverlust in Folge an. Seit 2008 summiert sich das Minus auf rund 50 Milliarden Pfund.

mmq/dpa/Reuters



insgesamt 14 Beiträge
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Art. 5 04.03.2015
1. Der gemolkene Steuerzahler
Da die RBS verstaatlicht ist, hat die 50 Milliarden Pfund Verlust der britische Steuerzahler zu tragen. Dafür muss der Staat jetzt sein Tafelsilber für ein Schnäppchen verkaufen, wie seinen Anteil am gewinnbringenden Eurostar.
Theodoro911 04.03.2015
2. Ein Wettbüro wird geschlossen
Das wird bald Schule machen und es trifft die Richtigen.
carahyba 04.03.2015
3.
Die Banken Greater Britains sind pleiter als die griechischen. Da sie nicht Mitglied der EWU sind, ist das nur ein Problem des Staates GB. Nun müssen die staatlich finanzierten Zocker in den wohlverdienten Ruhestand treten. Bei den üppigen Abfindungen kein Problem, die druckt die BoE.
wibo2 04.03.2015
4. Investmentbanken werden weiter schrumpfen
Zitat von Theodoro911Das wird bald Schule machen und es trifft die Richtigen.
Der Bankenbranche geht es nicht gut. Entlassene Banker sind indes keine geeigneten Arbeitnehmer für den Mittelstand. Da sitzt ein geldgeiler Mensch vor seinem Computerbildschirm und haut auf die Tasten. Da wird kein einziger realer Euro oder Dollar bewegt. Das sind alles virtuelle flimmernde Zahlen auf Computerbildschirmen, die da rumgeschoben werden, aber irgendwann ergibt sich aus dieser virtuellen Wolke ein realer Verlust, manchmal sogar ein Milliardenverlust. Dann muss der Pechvogel und womöglich der größte Teil seines Teams dran glauben. Aber 20% der Zocker sind übrig, die machen derweil besessen weiter, die dürfen und können auch nicht anders.
karlsiegfried 04.03.2015
5. Endlich mal eine gute Nachricht
Alle Bankenzockervereine müssten per Gesetz geschlossen werden. Was spricht dagegen?
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