Rücktrittsgerüchte BP-Chef könnte 14 Millionen Euro Abfindung bekommen

Am Montagabend berät die BP-Spitze über die Zukunft von Vorstandschef Tony Hayward. Nach Angabe des Ölkonzerns gibt es noch keine endgültige Entscheidung. Doch eine britische Zeitung hat bereits seine Abfindung ausgerechnet - demnach könnte der Manager 14 Millionen Euro bekommen.

BP-Chef Tony Hayward: Tritt er zurück?
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BP-Chef Tony Hayward: Tritt er zurück?


London - BP hat Berichte dementiert, die Ablösung von Konzernchef Tony Hayward stehe kurz bevor. Ein Sprecher des Ölkonzerns sagte am Montag, es gebe noch keine endgültige Entscheidung über mögliche Veränderungen im Topmanagement.

Mehrere britische Medien hatten am Wochenende berichtet, Hayward werde noch vor der Verkündigung der Quartalszahlen am Dienstag zurücktreten. Laut BP trifft sich der Vorstand am Montagabend, um über diese Frage sowie die Kosten der Ölpest im Golf von Mexiko zu beraten.

Sollte Hayward tatsächlich abgelöst werden, winkt ihm eine satte Abfindung: Die britische Zeitung "The Times" berichtet am Montag, der BP-Chef könne in diesem Fall mit 14,1 Millionen Euro rechnen. Hayward werde demnach allein Aktienbezugsrechte und Anteile im Wert von schätzungsweise 9,6 Millionen Euro bekommen. Sein Gehalt samt Bonus betrug laut BP im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro.

Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte am Sonntag den bevorstehenden Rückzug Haywards. Ein führender Mitarbeiter des Ölkonzerns habe ihn Ende der vergangenen Woche über den Schritt informiert, so der Mann, der anonym bleiben wollte.

Als Haywards Nachfolger wird der US-Amerikaner Bob Dudley gehandelt. Er hatte von dem BP-Chef bereits Ende Juni die operative Leitung bei der Eindämmung der Ölpest übernommen. Damals hieß es aus dem Konzern noch, Hayward solle sich wieder stärker dem regulären Geschäft widmen. Beobachter empfanden dies als Degradierung.

Der Vorstandschef, der seine Karriere bei BP vor 28 Jahren begonnen hatte, war vor allem in den USA heftig für seinen Umgang mit der schwersten Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes gerügt worden. Beißende Kritik zog er mit seinem Kommentar auf sich, er wolle einfach nur sein Leben wieder haben.

cte/dpa/apn

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Seite 1
mbberlin, 26.07.2010
1. ...
14 Mio. für beharrliches Lügen und Verschleiern. That's the world of today.
don_tango 26.07.2010
2.
Zitat von sysopAm Dienstagabend berät die BP-Spitze über die Zukunft von Vorstandschef Tony Hayward. Nach Angabe des Ölkonzerns gibt es noch keine endgültige Entscheidung. Doch eine britische Zeitung hat bereits seine Abfindung ausgerechnet - demnach könnte der Manager 14 Millionen Euro bekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,708452,00.html
Gerechter wäre es, er würde 14 Millionen bezahlen...
sic tacuisses 26.07.2010
3. Warum sollte es in diesem Falle anders sein ?
Je kläglicher die Leistung und je näher das Unternehmen am Exitus, desto gerechtfertigter sind doch solche Zahlungen. Der Arme kann ja später nichts gleichwertiges mehr finden. Der tumbe Arbeitnehmer kriegt den Tritt in den Allerwertesten und darf sich in D dann auch noch als Sozialschmarotzer beschimpfen lassen. Auch wenn er 40 und mehr Jahre malocht hat. Leute kauft Kämme, es kommen haarige Zeiten !!!!
Kurt Kurzweg 26.07.2010
4. Na prima
Zitat von sysopAm Dienstagabend berät die BP-Spitze über die Zukunft von Vorstandschef Tony Hayward. Nach Angabe des Ölkonzerns gibt es noch keine endgültige Entscheidung. Doch eine britische Zeitung hat bereits seine Abfindung ausgerechnet - demnach könnte der Manager 14 Millionen Euro bekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,708452,00.html
Jeder Bus- oder Taxiunternehmer, der sein Altöl in Rhein oder Elbe schüttet ist zu Recht seine Konzession los und darf für den Schaden richtig bluten - der Oberumweltverschmutzer kriegt ne saftige Belohnung. Im Mittelalter hat man Brunnenvergifter...... Manchmal sehnt man sich nach dieser Zeit zurück...
frubi 26.07.2010
5. .
Zitat von Kurt KurzwegJeder Bus- oder Taxiunternehmer, der sein Altöl in Rhein oder Elbe schüttet ist zu Recht seine Konzession los und darf für den Schaden richtig bluten - der Oberumweltverschmutzer kriegt ne saftige Belohnung. Im Mittelalter hat man Brunnenvergifter...... Manchmal sehnt man sich nach dieser Zeit zurück...
Die Kleinen hängt man ...... Kennt man doch mitlerweile zu genüge. Hier braucht man Gesetze, die die Verantwortung solcher Menschen in diesen Positionen regelt. Freie Verträge sind doch nichts Wert. Diese Jungs sind ja nicht dumm. Ohne einen wasserdichten Vertrag nehmen die keine neue Stelle an. Siehe Claassen. Der hat sich 10 Millionen Antrittsgeld geben lassen.
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