Pistolenhersteller Sig Sauer soll Waffen illegal nach Mexiko verkauft haben

Drei Ex-Manager des Waffenherstellers Sig Sauer sind bereits wegen illegaler Rüstungsexporte zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft Kiel prüft nach einem Medienbericht nun neue Vorwürfe.
Sig-Sauer-Zentrale in Eckernförde: Die Staatsanwaltschaft prüft neue Vorwürfe

Sig-Sauer-Zentrale in Eckernförde: Die Staatsanwaltschaft prüft neue Vorwürfe

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Die Staatsanwaltschaft Kiel geht neuen Vorwürfen illegaler Rüstungsexporte gegen den Pistolenhersteller Sig Sauer nach. Anlass seien Medienberichte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Recherchen des Südwestrundfunks (SWR) zufolge soll Sig Sauer USA neben Kolumbien auch Mexiko mit Waffen ohne Rüstungsexportgenehmigung der Bundesregierung beliefert haben. Diesen Vorwurf erhebt die ARD-Doku "Tödliche Exporte: Rüstungsmanager vor Gericht", die am Mittwochabend im Ersten ausgestrahlt werden soll.

"Wir werden mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn Kontakt aufnehmen, um den Sachverhalt zu klären", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Kiel. Sig Sauer hat seinen Sitz in Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Urteile gegen Ex-Manager rechtskräftig

Bei Sig Sauer in Eckernförde war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen, ebenfalls nicht bei der L&O Holding in Emsdetten (Nordrhein-Westfalen). Seit 2000 gehört die Sig Sauer GmbH & Co. KG Firmenangaben zufolge zur L&O Holding. Zu ihr gehören zudem auch die US-Schwester Sig Sauer Inc. in Newington im US-Bundesstaat New Hampshire und die schweizerische Swiss Arms in Neuhausen.

Vor einem Jahr waren drei Ex-Manager von Sig Sauer am Landgericht Kiel wegen illegaler Waffenlieferungen nach Kolumbien zu Bewährungsstrafen und Geldstrafen verurteilt worden. Dazu gehört laut SWR der amtierende Geschäftsführer der Sig Sauer USA.

Der Staatsanwaltschaft Kiel zufolge sind diese Urteile inzwischen rechtskräftig. Zur Revision beim Bundesgerichtshof sei noch die Strafzahlung von 11,1 Millionen Euro anhängig - das war nach Auffassung des Landgerichts der Gewinn aus dem illegalen Waffengeschäft nach Kolumbien.

brt/dpa