Rüstungsgeschäft Waffenumsätze steigen auf 411 Milliarden Dollar

Das Geschäft mit Waffen kennt keine Krise: Die weltweit größten Rüstungskonzerne haben zuletzt 411 Milliarden Dollar umgesetzt. Offiziell dominieren Firmen aus den USA und Westeuropa den Handel. EADS liegt auf Platz sieben. Zuverlässige Daten aus China fehlen.

Schützenpanzer des Typs Puma von Rheinmetall: Größter deutscher Lieferant
DPA

Schützenpanzer des Typs Puma von Rheinmetall: Größter deutscher Lieferant


Stockholm - Das Tempo bei den internationalen Waffenverkäufen verlangsamt sich - doch das Geschäft läuft immer noch glänzend. Die weltweit führenden Rüstungskonzerne haben 2010 ihre Umsätze auf rund 411 Milliarden Dollar ausgeweitet - ein Plus von einem Prozent. Das teilte das Stockholmer FriedensforschungsinstitutSipri (Stockholm International Peace Research Institute)am Montag mit. Ein Jahr zuvor hatten die 100 größten Hersteller von Militärerzeugnissen noch ein Umsatzplus von acht Prozent auf 401 Milliarden Dollar verzeichnet.

Seit 2002 steigerten die 100 führenden Rüstungskonzerne damit weltweit ihre Umsätze um 60 Prozent, wie das Sipri, ein 1966 vom schwedischen Parlament gegründetes Institut, weiter mitteilte. Einen kräftigen Aufwärtstrend hatte das Rüstungsgeschäft nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 erlebt.

Dominiert wurde der Waffenhandel 2010 von Konzernen in den USA und in Westeuropa. China wurde in der Top-100-Liste von Sipri nicht berücksichtigt, da es an den nötigen Daten mangelte. Gleiches gelte auch für die Ukraine, Kasachstan und einige andere Länder. Ganze 44 Unternehmen aus der Sipri-Liste sind in den USA angesiedelt. Auf sie entfallen mehr als 60 Prozent aller Einnahmen aus Waffenverkäufen. 30 Unternehmen kommen aus Westeuropa. Acht Konzerne haben ihren Sitz in Russland.

Rheinmetall, ThyssenKrupp und Diehl unter den größten deutschen Händlern

Stärkstes deutsches Unternehmen war wieder Rheinmetall Chart zeigen. Mit Rüstungsverkäufen im Wert von knapp 2,7 Milliarden Dollar belegte der Autozulieferer und Rüstungskonzern mit Sitz in Düsseldorf Platz 31 in der Sipri-Liste. Der Anteil von militärischen Produkten am gesamten Umsatz betrug bei dem Unternehmen demnach 50 Prozent. Das europäische Gemeinschaftsunternehmen EADS Chart zeigen landete mit Waffenverkäufen im Wert von 16,4 Milliarden Dollar wieder auf Rang sieben, der Rüstungsanteil betrug 27 Prozent. Weitere deutsche Unternehmen unter den Top-100 waren unter anderem ThyssenKrupp Chart zeigen (56) und Diehl (63).

Weltweit an der Spitze steht laut Sipri weiter das US-Unternehmen Lockheed Martin Chart zeigen mit Verkäufen im Wert von rund 35,7 Milliarden Dollar. Der britische Konzern BAE Systems (32,9 Milliarden Dollar) und das US-Unternehmen Boeing Chart zeigen (31,4 Milliarden Dollar) folgen an zweiter und dritter Stelle. Den Löwenanteil des Geschäfts machen die zehn allergrößten Konzerne unter sich aus.

Die Verkäufe blieben nach Angaben der Sipri-Waffenexpertin Susan Jackson trotz der Wirtschaftskrise weitgehend stabil, weil es sich in diesem Industriezweig um langfristige Produktionsabläufe handelt. Auch bei den Käufern - hauptsächlich Regierungen - sowie bei den Zulieferern ändere sich nur wenig.

yes/dpa



insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 27.02.2012
1. Obwohl ich einsehe....
...das viele Arbeitsplätze dranhängen, finde ich diese Meldung alarmierend und wir sollten als Demokratisches Land Rüstungsexporte nur auf NATO Länder beschränken (und vertraglich die Einschränkung einbauen, dass diese Waffen nicht weiterveräußert werden dürfen)...und auch da (siehe Türkei) wäre ich vorsichtig...den Tod zu verkaufen war schon immer ein lohnendes Geschäft...
ziegenzuechter 27.02.2012
2. traurig
diese nachricht ist eine schande fuer die menschheit. dumm geboren und nichts dazugelernt. wird wohl leider immer so bleiben. ernuechternde aussichten.
gaga007 27.02.2012
3.
Zitat von ziegenzuechterdiese nachricht ist eine schande fuer die menschheit. dumm geboren und nichts dazugelernt. wird wohl leider immer so bleiben. ernuechternde aussichten.
Wo ist Ihr Problem ? Seit Kain & Abel haben sich die Menschen die Schädel eingeschlagen, selbst in Afrika fehlt es zwar an Nahrungsmitteln, aber Munition ist immer ausreichend vorhanden ... Warum an diesem Geschäft nicht teilhaben - sorgt es doch dafür, dass hier viele Menschen in "Lohn & Brot" sind und bleiben. Diese Welt ist nicht mehr zu retten, aber wenigsten kann man(n) an ihr verdienen. Sie sollten mehr Toleranz zeigen.
theodorheuss 27.02.2012
4. Sie haben natürlich
Zitat von gaga007Wo ist Ihr Problem ? Seit Kain & Abel haben sich die Menschen die Schädel eingeschlagen, selbst in Afrika fehlt es zwar an Nahrungsmitteln, aber Munition ist immer ausreichend vorhanden ... Warum an diesem Geschäft nicht teilhaben - sorgt es doch dafür, dass hier viele Menschen in "Lohn & Brot" sind und bleiben. Diese Welt ist nicht mehr zu retten, aber wenigsten kann man(n) an ihr verdienen. Sie sollten mehr Toleranz zeigen.
recht, aber mal im Ernst, traurig ist das doch schon. Da fehlen Groschenbeträge für Mückennetze über den Schlafstätten von Kindern und Groschenbeträge für Malariamittel und auf der anderen Seite wird 0,41 Billionen Dollar für Waffen ausgegeben. Auch ohne Gutmensch zu sein kann man das durchaus kritisieren. Bringen wird es natürlich nichts, denn der Mensch hat einen kapitalen, genetischen Defekt; Er ist sich seiner selbst bewußt und handelt nicht ausschließlich triebgesteuert. Ansonsten wäre die Welt gleichwohl ein grausamer, aber doch gerechter Ort. Der Mensch als solcher ist ein fehlgesteuerter, kranker Stachel im Fleisch der Natur! Eine Mißgeburt eben.
geotie 27.02.2012
5. yooh
Zitat von gaga007Wo ist Ihr Problem ? Seit Kain & Abel haben sich die Menschen die Schädel eingeschlagen, selbst in Afrika fehlt es zwar an Nahrungsmitteln, aber Munition ist immer ausreichend vorhanden ... Warum an diesem Geschäft nicht teilhaben - sorgt es doch dafür, dass hier viele Menschen in "Lohn & Brot" sind und bleiben. Diese Welt ist nicht mehr zu retten, aber wenigsten kann man(n) an ihr verdienen. Sie sollten mehr Toleranz zeigen.
Ich habe kein IRONIE-Schalter gesehen. Und deshalb für alle: Menschen die so denken sind Mörder in dem Waffen geliefert werden. Keine Toleranz für Dummköpfe, Waffenhändler, Waffenhersteller und Waffenbenutzer. Und kommen Sie mir nicht mit der Äusserung, dass nun mal die Welt so ist. Die kann man/sich ändern. Klar!
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