Rüstungsindustrie Deutschland exportiert Kriegswaffen für 1,5 Milliarden Euro

Die deutsche Rüstungsindustrie hat im vergangenen Jahr so viele Waffen ins Ausland verkauft wie seit Jahren nicht. Fast zwei Drittel der Lieferungen gingen an Drittstaaten – das sorgt für Kritik aus der Opposition.
Sturmgewehr von Heckler und Koch (Archivbild): Made in Germany

Sturmgewehr von Heckler und Koch (Archivbild): Made in Germany

Foto: DPA

Der Ukrainekrieg dürfte der deutschen Rüstungsindustrie volle Auftragsbücher bescheren . Doch bereits im vergangenen Jahr lief das Geschäft der Rüstungshersteller blendend: Deutschland hat 2021 Kriegswaffen für 1,51 Milliarden Euro exportiert – das ist der höchste Wert seit 2017. Mehr als 60 Prozent davon gingen in Staaten außerhalb der Nato, der Europäischen Union und vergleichbarer Länder. Lieferungen in diese sogenannten Drittstaaten sind besonders umstritten, weil einige von ihnen wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik stehen oder in regionale Konflikte verwickelt sind.

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Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen hervor. Danach stieg der Wert der Kriegswaffenlieferungen 2021 das dritte Jahr in Folge. 2020 wurden noch Exporte für 1,38 Milliarden Euro verzeichnet.

Die zehn Hauptempfängerländer waren im vergangenen Jahr Ägypten, Israel, Katar, die Türkei, Großbritannien, Norwegen und die EU-Länder Italien, Niederlande, Lettland und Österreich. Die Linkenpolitikerin Dagdelen kritisierte vor allem die Lieferungen an den NATO-Partner Türkei.

»Die Tatsache, dass die Türkei trotz völkerrechtswidriger Invasionen in Irak, Syrien und Libyen und militärischer Drohgebärden gegenüber Griechenland und Zypern einer der größten Empfänger deutscher Kriegswaffen ist, macht jedes Beschwören einer wertegeleiteten Außenpolitik durch die Ampelregierung zur bloßen Farce«, sagte sie.

mic/dpa-AFX
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