Rundumschlag Rating-Agentur stuft Deutsche Bank und Bank of America herab

Die globale Bankenkrise hat weitreichende Konsequenzen: Die Rating-Agentur Fitch stufte jetzt die Kreditwürdigkeit mehrerer internationaler Geldhäuser herab. In Deutschland traf es die Deutsche Bank.
Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: Nicht so gut kapitalisiert wie die Wettbewerber

Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: Nicht so gut kapitalisiert wie die Wettbewerber

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

New York/London - Es war ein Rundumschlag bei den Großen der Branche: Die Rating-Agentur Fitch hat mehrere US-amerikanische und europäische Banken herabgestuft. Auch die Deutsche Bank   sei von der Neubewertung der Ratings für langfristige Verbindlichkeiten betroffen, heißt es in der Mitteilung der Agentur.

Die Herabstufungen reflektieren die zunehmenden Unsicherheiten im Bankensektor, erklärte Fitch am Donnerstagabend. Neben der Entwicklung der Weltwirtschaft stelle auch eine Vielzahl regulatorischer Änderungen die Banken vor große Herausforderungen. Dies zwinge die Banken dazu, ihr Geschäftsmodell im Investmentbanking schneller als geplant zu verändern.

Die Deutsche Bank werde mit Sicherheit als eine der führenden Banken aus dem Umwälzungsprozess der Branche hervorgehen. Gleichwohl sei das Institut nicht ganz so gut kapitalisiert wie andere Wettbewerber. Fitch senkte seine Bonitätseinschätzung für das größte deutsche Geldhaus daher von "AA-" auf "A+".

Den gleichen Rating-Schritt machte auch die französische BNP Paribas  . Die britische Barclays   und das Schweizer Institut Credit Suisse   wurden jeweils von "AA-" auf "A" herabgestuft. Bestätigt in ihren Einstufungen wurden hingegen Société Génerale ("A+") und UBS ("A").

Bei den US-Instituten kürzte Fitch bei Bank of America  , Citigroup   und Goldman Sachs   das Rating jeweils von "A+" auf "A". Morgan Stanley  wurde mit "A" bestätigt.

Internationale Banken sind seit einigen Monaten ins Visier der Rating-Agenturen geraten. Erst am Mittwochabend hatte Fitch die Bonitätsnoten für die französische Großbank Credit Agricole  , die Banque Federative du Credit Mutuel, die dänische Danske Bank, die finnische OP Pohjola Group und die niederländische Rabobank herabgestuft. Standard & Poor's hat zudem etliche große Kreditinstitute unter verschärfte Beobachtung ("CreditWatch") gestellt, darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank  .

Zeitungsbericht: Deutsche Bank verkauft Vermögensverwaltung

Die Deutsche Bank will einem Bericht zufolge mit dem geplanten Verkauf von Teilen ihrer Vermögensverwaltung rund zwei Milliarden Euro erlösen - und sich damit eine bessere Kapitaldecke verschaffen. Demnach stoßen die im November auf den Prüfstand gestellten Bereiche auf ein hohes Interesse. Mehr als 50 potentielle Bieter hätten Informationen über die zum Verkauf stehenden Sparten angefordert, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Darunter seien die US-Bank Wells Fargo, die Royal Bank of Canada und der US-Finanzdienstleister Ameriprise Financial.

Die Deutsche Bank hatte am 22. November angekündigt, dass sie große Teile der Vermögensverwaltung überprüft. Diese erstrecke sich auf den gesamten Bereich Asset Management, also die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger und das Fondsgeschäft weltweit - mit Ausnahme des Geschäfts der Fondstochter DWS in Deutschland, Europa und Asien. Mit dem erhofften Erlös von rund zwei Milliarden Euro würde die Deutsche Bank ihr Kapital stärken.

Die europäische Bankenaufsicht EBA hatte bei der Deutschen Bank zuletzt eine Kapitallücke von 3,2 Milliarden Euro ausgemacht. Nach aktuellen Vorgaben müssen die europäischen Banken bis Mitte 2012 das Geld auftreiben. Das Institut selbst beteuert, diese Lücke bis Ende dieses Jahres geschlossen zu haben.

yes/dpa/Reuters
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