Druschba-Pipeline Russische Öllieferungen schon wieder unterbrochen

Erneut sind Öllieferungen aus Russland mit Chloriden kontaminiert. Bereits im April musste die Versorgung für mehrere Wochen eingestellt werden. Nun ist die Pipeline abermals geschlossen.

"Freundschaft - Druschba": Erdölleitung in Schwedt
Patrick Pleul/dpa

"Freundschaft - Druschba": Erdölleitung in Schwedt


Die russischen Öllieferungen über die Pipeline "Druschba" (Freundschaft) zur Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt sind erneut unterbrochen. Ein Sprecher des Energiekonzerns Shell bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts".

Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass durch die Pipeline wieder russisches Öl nach Deutschland floss. Im April war die Leitung zum ersten Mal gesperrt worden, weil zu hohe Konzentrationen organischen Chlorids im Rohöl gefunden wurden. Wladimir Putin sprach von einem "enormen materiellen und Imageschaden", und immer mehr Raffinerien in Europa weigerten sich, das kontaminierte Öl anzunehmen - bis die Pipeline dichtmachte.

Nun ist das erneut der Fall: Wie im April habe man bei den Öllieferungen erneut eine leicht erhöhte Konzentration organischen Chlorids festgestellt. Und wie im April kann sich niemand erklären, woher der Stoff kommt.

Die Chloride werden zwar bei der Förderung benötigt, anschließend aber entfernt, weil sie Schaden in den Raffinerien anrichten.

Mit Lieferanten und Pipelinebetreiber sei man im Gespräch, um mögliche Ursachen zu klären, sagte ein Shell-Sprecher. Die Belieferung mit Rohöl werde über den Hafen Rostock organisiert, die Versorgung mit Produkten sei gewährleistet.

In der Raffinerie Schwedt werden jährlich zwölf Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet - zu Diesel, Benzin, Kerosin, Flüssiggas, Heizölen und Bitumen. 1200 Mitarbeiter werden dort beschäftigt. Gesellschafter sind Rosneft Deutschland, Shell Deutschland und die AET-Raffineriebeteiligungs-Gesellschaft.

Die Druschba-Pipeline beliefert außer der Raffinerie PCK Schwedt auch die Raffinerie in Leuna, Sachsen-Anhalt.

rai/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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Gluehweintrinker 05.07.2019
1. Ich plädiere für chloridfreie Windräder und Solarpanels
Und wieder zeigt sich wie stöanfällig eine Energieversorgung ist, wenn man sich von einem unsicheren Kandidaten abhängig macht und das in seiner Menge begrenzt verfügbare Rohöl nicht behandelt wie ein wertvolles Juwel, das es zweifelsfrei ist. Statt es sinnlos zu verbrennen bietet Rohöl zahllose Anwendungen, für die es bis jetzt noch keinen praktikablen Ersatz gibt. Der Verbrennen von Öl und seiner Derivate muss aufhören.
Tharsonius 05.07.2019
2. Na?
Keiner weiß wie das Chlorid da reinkommt? Und zum zweiten Mal? Na das riecht doch nach Sabotage!
Augustusrex 05.07.2019
3. Nein
Zitat von TharsoniusKeiner weiß wie das Chlorid da reinkommt? Und zum zweiten Mal? Na das riecht doch nach Sabotage!
das riecht nach schlechter Reinigung und nach dem Versuch, sich raus zu reden.
kalsu 05.07.2019
4.
Zitat von GluehweintrinkerUnd wieder zeigt sich wie stöanfällig eine Energieversorgung ist, wenn man sich von einem unsicheren Kandidaten abhängig macht und das in seiner Menge begrenzt verfügbare Rohöl nicht behandelt wie ein wertvolles Juwel, das es zweifelsfrei ist. Statt es sinnlos zu verbrennen bietet Rohöl zahllose Anwendungen, für die es bis jetzt noch keinen praktikablen Ersatz gibt. Der Verbrennen von Öl und seiner Derivate muss aufhören.
Leider braucht man zum Bau von Windrädern und Solarpanelen aber auch Erdöl, die Dinger werden schließlich nicht aus Holz geschnitzt, die Winderäder werden nicht zur Baustelle getragen und die Rohstoffe der Solarzellen nicht mit der Schubkarre transportiert. Was wir in 20-30 Jahren mit dem Sondermüll Solarpanel und Unmengen an GfK der Windräder machen, wissen wir auch noch nicht.
damianschnelle 05.07.2019
5. @Augustusrex
Ja, genau das macht auch Sinn, auf diese Weise Geld und Ansrhen zu riskieren.
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