Jahreshoch Russischer Rubel erholt sich

Vor wenigen Monaten befand sich der Rubel noch im freien Fall. Jetzt hat die russische Währung in kurzer Zeit einen Großteil ihrer Verluste wettgemacht. Russland profitiert von der halbwegs stabilen Lage in der Ukraine und steigenden Ölpreisen.

Mehr wert: Für Dollar müssen immer weniger Rubel bezahlt werden
REUTERS

Mehr wert: Für Dollar müssen immer weniger Rubel bezahlt werden


Der Rubel-Kurs kennt derzeit nur eine Richtung: aufwärts. Am Freitag setzte die russische Währung ihren Erholungskurs fort und kletterte auf ein Jahreshoch. Ein Euro kostete damit etwas mehr als 54 Rubel, nach einer schweren Krise der Währung mussten zu Jahresbeginn noch fast 73 Rubel für einen Euro bezahlt werden. Ein Dollar kostete am Freitag rund 51 Rubel.

Zum Euro wurde damit ein halbjähriger Höchststand erreicht, zum Dollar stand der Rubel so hoch im Kurs wie seit Ende Dezember nicht mehr. Allein seit Anfang Februar hat der Rubel zu Dollar und Euro etwa 30 Prozent an Wert gewonnen. Das sind die mit Abstand stärksten Gewinne unter den weltweit größten Währungen.

Der Anstieg folgt jedoch auf einen massiven Einbruch, ausgelöst durch den Konflikt in der Ostukraine und den Absturz der Ölpreise. Mitte Dezember hatte sich der Rubel deswegen im freien Fall befunden. Die Notenbank sah sich zu massiven Zinserhöhungen und Devisenverkäufen gezwungen.

Die jetzige Entwicklung erklären Experten zum einen damit, dass sich die Lage im Osten der Ukraine zumindest nicht weiter verschlechtert hat. Zudem muss Russland zurzeit keine Verschärfung der vom Westen auferlegten Sanktionen befürchten, die die Wirtschaft des Landes stark belasten und die Inflation nach oben treiben.

Entlastung erfährt Russland auch durch die Stabilisierung am Ölmarkt: Nach einem Einbruch von mehr als 50 Prozent seit vergangenem Sommer haben sich die Rohölpreise seit Jahresbeginn stabilisiert und zuletzt wieder leicht zugelegt. Rohöl und Gas sind die mit Abstand wichtigsten Ausfuhrgüter Russlands.

dab/dpa

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