Russland Nach Penisflug – Airline feuert Topmanager

Russische Piloten wollten einem Fußballer öffentlich beistehen – und flogen mit hundert Passagieren an Bord eine Penisfigur am Himmel. Die staatliche Fluglinie zieht nun Konsequenzen.
Kein Bild der Montagsmaler, sondern die Route von Flug DP407

Kein Bild der Montagsmaler, sondern die Route von Flug DP407

Foto: www.dailymail.co.uk

Schwer zu sagen, was an dieser Geschichte verrückter ist: das Flugmanöver an sich – oder die Erklärung der Piloten für die waghalsige Aktion. Piloten der vom russischen Staat kontrollierten Airline Pobeda haben bei einem nicht erlaubten Manöver mit dem Flugzeug samt 100 Passagieren an Bord eine Route gewählt, die Konturen eines männlichen Geschlechtsorgans nachzeichnet.

Nun hat der Aufsichtsrat der Fluglinie Konsequenzen in dem Fall gezogen: Der Chef des Unternehmens wurde verwarnt, sein Stellvertreter gefeuert, wie die Moskauer Zeitung »RBK« am Mittwoch berichtet. Zu dem für die Passagiere gefährlichen Abweichen von der Reiseroute war es auf einem Flug am 11. November von Moskau nach Jekaterinburg gekommen, hieß es. Pobeda ist eine Tochtergesellschaft der russischen Airline Aeroflot.

Unterstützung für den Kapitän der Nationalmannschaft

Laut dem Bericht wollten die Piloten das Manöver als eine Solidaritätsaktion für den russischen Fußballspieler Artjom Dsjuba verstanden wissen. Dsjuba war als Kapitän der Nationalmannschaft von den Spielen im November ausgeschlossen worden, nachdem im Internet ein Intimvideo von ihm auf breite Beachtung gestoßen war. Auch das russische Staatsfernsehen zeigte Ausschnitte aus dem Clip.

Der Fußballspieler von Zenit St. Petersburg hatte öffentlich in einer Videobotschaft Fehler eingeräumt. Bei seinem Klub hatte er zeitweilig die Kapitänsbinde abgeben müssen, spielte aber weiter. Die Nationalmannschaft will im Frühjahr über seine Rückkehr entscheiden. »Wir haben Dsjuba die Möglichkeit gegeben, mit seiner Familie Zeit zu verbringen«, sagte Nationaltrainer Wladislaw Tschertschessow. »Die nächsten Spiele der Sbornaja sind im März – möglich, dass da alle schon anders auf die Situation schauen. Entlassen ist niemand. Wir schauen mal, was im Frühjahr ist«, sagte der Trainer.

Der Fall hat in Russland zu einer breiten öffentlichen Debatte unter anderem in Talkshows über Masturbation geführt. Viele Prominente aus dem Showbusiness äußerten sich und bezeichneten Selbstbefriedigung als normal. Sogar ein Geistlicher der ultrakonservativen russisch-orthodoxen Kirche zeigte öffentlich Verständnis für das »menschliche Bedürfnis«.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Meldung war der Vorname des russischen Nationaltrainers falsch wiedergegeben. Er heißt Stanislaw Tschertschessow.

beb
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