Anteilstausch Gazprom und BASF blasen Milliarden-Deal ab

Das Geschäft war seit langem vereinbart, nun ist es geplatzt: BASF und Gazprom werden keine Konzernanteile tauschen und sich so gegenseitig Zugang zu den Heimatmärkten sichern. Grund sei das "schwer vorhersehbare politische Umfeld".

Gaslagerstätte von BASF und Gazprom in Sibirien: Schwer vorhersehbares Umfeld
obs/BASF SE

Gaslagerstätte von BASF und Gazprom in Sibirien: Schwer vorhersehbares Umfeld


Ludwigshafen - Ein geplantes Milliardengeschäft zwischen dem deutschen Chemiekonzern BASF Chart zeigen und dem russischen Gasriesen Gazprom Chart zeigen ist geplatzt. Der eigentlich bis zum Jahresende vorgesehene Anteilstausch werde nicht vollzogen, teilte BASF am Donnerstag überraschend mit.

BASF und der russische Staatskonzern hatten bereits 2012 vereinbart, dass die Kasseler Öl- und Gastochter Wintershall das heimische Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an Gazprom abgeben solle. Im Gegenzug sollte BASF mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten. Das Platzen des Geschäfts werde die Ergebnisse von BASF belasten, teilte der Chemiekonzern weiter mit.

Ein Wintershall-Sprecher nannte das "aktuell schwierige" und nur "schwer vorhersehbare" politische Umfeld als Grund für die Absage. Das geplante Geschäft mit dem staatsnahen Gazprom-Konzern war wegen der russischen Rolle in der Ukraine-Krise in die Kritik geraten.

BASF-Vorstandschef Kurt Bock sagte, er bedaure, dass der Tausch nicht abgeschlossen werde. Der Konzern werde seine Zusammenarbeit mit Gazprom in den bestehenden Gemeinschaftsunternehmen fortsetzen.

dab/dpa/Reuters



insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Leser1000 18.12.2014
1. Eine rationale Entscheidung
Wer würdeals verantwortungsbewußter Unternehmer anders handeln? Europa befindet sich am Scheideweg; entweder man rauft sich nach der "Irritation" wieder zusammen oder jeder geht seinen eigenen Weg, soll heißen zumimdest Westeuropa auf der einen und Russland +X auf der andern Seite . Ich bin aber dennoch Optimist. Das letztgenannte Zenario will wohl in Europa eigentlich niemand. Von daher bleibt die Hoffnung auf bessere Zeiten oder wie "man so sagt": Aufgeschoben ist nicht aufgehoben; aber die Parameter müssen halt stimmen.
OlafKoeln 18.12.2014
2. Gut!
Eine sehr gute Nachricht!
yackermann97 18.12.2014
3. jaaaa!!!!
wir schaden uns selbst juhuuuu.... Danke große Koalition für diese Politik, raucht weiterhin eure schwarze Null
Europa! 18.12.2014
4. Kein guter Tag
Die Russen hatten ganz auf Europa und speziell auf Deutschland gesetzt. Ein geradezu naiver strategischer Fehler, wie man jetzt sieht. Deutsche und Russen müssen hart daran arbeiten, dass ihnen andere nicht systematisch die Freundschaft verderben.
gollygee01 18.12.2014
5. blauäugig
auch ohne die aktuelle Krise sind Investitionen in Russland alles andere als eine sichere Angelegenheit.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.