Kampf um Rohstoffe Russland schickt Raketenkreuzer in die Arktis

Die Bodenschätze in der Arktis sind begehrt. Interesse zeigen die Anrainer Kanada, USA und Russland. Die Großmacht hat nun ein Kriegsschiff an die Neusibirischen Inseln entsandt.
Der Isfjord bei Spitzbergen, Arktis: Unterm Eis lockt das Öl

Der Isfjord bei Spitzbergen, Arktis: Unterm Eis lockt das Öl

Foto: STAFF/ REUTERS

Moskau - Im Rennen um riesige Öl- und Gasvorräte hat Russland erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder Kriegsschiffe in die Arktis entsandt. Ein Verband um den schweren atomgetriebenen Raketenkreuzer "Pjotr Weliki" sei bei den Neusibirischen Inseln angekommen, sagte Vizeverteidigungsminister Arkadi Bachtin am Sonntag in Moskau. "Wir sind für immer in die Arktis zurückgekehrt", betonte er im Fernsehen.

Experten gehen davon aus, dass unter dem arktischen Festlandsockel etwa 90 Milliarden Barrel Öl sowie 50 Billionen Kubikmeter Gas lagern. Das ist fast ein Fünftel der weltweiten Reserven.

Nordflotte hat Arktis-Patrouillen wieder aufgenommen

Die Wiederaufnahme der militärischen Präsenz sei die erste Etappe der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Entwicklung der Seewege. Die Patrouille diene auch dem Küstenschutz. Künftig werde die Nordflotte im Raum des Franz-Josef-Landes und der Insel Nowaja Semlja kreuzen, sagte Bachtin. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 hatte Moskau die Arktis-Patrouillen eingestellt.

Putin hat mehrfach vorgeschlagen, die Territorialansprüche in der Arktis auf Grundlage internationaler Gesetze zu lösen. Allerdings betont Moskau auch stets, Ansprüche auf Rohstoffvorkommen notfalls militärisch durchzusetzen. Russland will mit Forschungsergebnissen beweisen, dass sein Kontinentalschelf so weit in die Arktis reicht, dass das größte Land der Erde auch den Nordpol beanspruchen darf. Allerdings haben längst auch Kanada, die USA und weitere Arktis-Anrainer das Rennen um die dortigen Rohstoffe eröffnet.

Russlands größte Energiekonzerne Rosneft  und Gazprom  wollen bis 2015 etwa 500 Milliarden Rubel in Förderprojekte in der Arktis investieren, umgerechnet 12,2 Milliarden Euro. Diese Ankündigung machte Rosneft-Chef Igor Setschin auf einem Investitionsforum in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Noch 2012 planten die Staatsunternehmen demnach Investitionen von 40 Milliarden Rubel.

nik/dpa
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