»Irrsinniger Krieg« Tinkoff-Bank will sich nach Putin-Kritik ihres Gründers umbenennen

Die russische Tinkoff-Bank wird bald anders heißen. Der neue Name ist vermutlich eine Reaktion auf die deutlichen Worte des Firmengründers Oleg Tinkow – er hatte das »Massaker« in der Ukraine angeprangert.
Oleg Tinkow (2018): Der Oligarch lebt seit einer Erkrankung im Ausland

Oleg Tinkow (2018): Der Oligarch lebt seit einer Erkrankung im Ausland

Foto: Anton Vaganov / imago/ITAR-TASS

Nach der scharfen Kritik des Bankiers Oleg Tinkow am Ukrainekrieg hat sein Finanzinstitut, die Tinkoff-Bank, eine Umbenennung bekannt gegeben. »Das Unternehmen hat sich lange auf den Schritt vorbereitet, und die jüngsten Ereignisse machen diese Entscheidung nur noch vordringlicher«, teilte die Bank am Freitag auf ihrem Telegram-Kanal mit .

Tinkoff sei als zweitgrößte Privatbank Russlands schon lange über den ursprünglichen Markennamen hinausgewachsen. »Für das Glück unserer 20 Millionen Klienten haben wir entschieden, die Marke Tinkoff hinter uns zu lassen und neue Finanzprodukte und -dienstleistungen auf dem russischen Markt unter einem neuen markanten Namen weiterzuentwickeln.« Dem Firmengründer Oleg Tinkow wünsche das Unternehmen Erfolg und gute Besserung, heißt es am Ende der Mitteilung.

Die Umbenennung dürfte eine Reaktion des Unternehmens auf Tinkows Kritik an dem von Russlands Präsident Wladimir Putin begonnenen Ukrainekrieg sein. Der Milliardär, der zu jenen russischen Oligarchen gehört, die wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine mit westlichen Sanktionen belegt wurden, hatte den Krieg bei Instagram als »sinnlos«, als »Massaker« und als »irrsinnigen Krieg« kritisiert. Er hatte außerdem behauptet, 90 Prozent der Russen seien dagegen.

Kontroverse Reaktionen

Der Eintrag hatte hohe Wellen geschlagen. Im Netz war er innerhalb weniger Stunden von 100.000 Nutzern mit »gefällt mir« markiert worden. Gleichzeitig aber hatten viele Russen daraufhin ihre Kreditkarten von Tinkoff zerschnitten und ihr Konto gekündigt.

Tinkow selbst lebt seit seiner Leukämie-Erkrankung vor einigen Jahren vorwiegend im Ausland. Medienberichten zufolge hat er im vergangenen Jahr die Mehrheitsbeteiligung an der Muttergesellschaft von Tinkoff abgegeben, hält aber immer noch eine Sperrminorität.

bbr/dpa
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