Gewinneinbruch RWE-Aufsichtsrat erwägt Kürzung der Vorstandsgehälter

Die Geschäfte von RWE laufen schlecht, leitenden Angestellten wurde bereits eine Nullrunde verordnet. Jetzt könnte auch die Konzernspitze betroffen sein: Im Aufsichtsrat wird eine Kürzung der Vorstandsgehälter diskutiert.

RWE-Chef Terium: Sich selbst beim Kürzen vergessen?
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RWE-Chef Terium: Sich selbst beim Kürzen vergessen?


Essen - Angesichts der schlechten Geschäftslage berät der Aufsichtsrat von RWE über eine Kürzung der Vorstandsvergütung. Ein entsprechender Bericht der "Rheinischen Post" wurde SPIEGEL ONLINE aus Konzernkreisen bestätigt. Auch Vorstandschef Peter Terium kündigte gegenüber Mitarbeitern eine Entscheidung über eine mögliche Kürzung an, diese solle bis Ende des Jahres fallen. Der RWE-Aufsichtsrat tagt am Donnerstag, offiziell äußerte sich das Unternehmen nicht zu dem Bericht.

Leitenden Angestellten hatte der Energiekonzern bereits eine Nullrunde verordnet. Die Gewerkschaft Ver.di protestierte daraufhin in einem Rundschreiben: "Da ordnet der Vorstand eine Nullrunde an und vergisst sich glatt selbst dabei."

Im vergangenen Jahr zahlte RWE dem gesamten Vorstand etwa 15 Millionen Euro an Vergütung. Hinzu kamen 4,2 Millionen Euro an Aktien und Optionen. Vorstandschef Terium erhielt rund 2,5 Millionen Euro Vergütung plus Aktien und Optionen im Wert von 1,2 Millionen Euro. Damit liegt er über dem Schnitt der deutschen Dax-Vorstände. Diese verdienten 2012 nach einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz durchschnittlich 3,2 Millionen Euro.

ssu/dab/dpa



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Dr.W.Drews 12.12.2013
1. Kürzung der Vorstandsgehälter
Das ist sicher der richtige Weg. Dumm nur, daß es erst mal die falschen Leute trifft. Denn die Fehlentscheidungen wurden in den letzten 15 Jahren gemacht. Dadurch kam die stolze RWE nicht aus der Abhängigkeit fossiler Energien heraus. Die Energiewende hätte damals niemand vorhersehen können? Na wenn man die Zukunft vorhersehen kann dann braucht man keine teueren Manager sondern kann Beamte mit der "Verwaltung" beauftragen.
Ausfriedenau 12.12.2013
2. Diskutieren, diskutieren,.....
Zitat von sysopREUTERSDie Geschäfte von RWE laufen schlecht, leitenden Angestellten wurde bereits eine Nullrunde verordnet. Jetzt könnte auch die Konzernspitze betroffen sein: Im Aufsichtsrat wird eine Kürzung der Vorstandsgehälter diskutiert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rwe-aufsichtsrat-diskutiert-kuerzung-der-vorstandgehaelter-a-938636.html
Während bei MitarbeiterInnen Nullrunden VERORDNET werden, sind die Aufsichtsräte irgendwann einmal bereit, "über eine Kürzung der Vorstandsgehälter zu diskutieren". Wie lange werden sich diese Diskussionen hinziehen und sicherlich mit dem Ergebnis, dass Kürzungen dann in irgendeiner Weise durch Aktien oder andere bargeldlose Zuwendungen kompensiert werden. Hoch lebe die "asoziale Marktwirtschaft"!
kdshp 12.12.2013
3.
Zitat von sysopREUTERSDie Geschäfte von RWE laufen schlecht, leitenden Angestellten wurde bereits eine Nullrunde verordnet. Jetzt könnte auch die Konzernspitze betroffen sein: Im Aufsichtsrat wird eine Kürzung der Vorstandsgehälter diskutiert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rwe-aufsichtsrat-diskutiert-kuerzung-der-vorstandgehaelter-a-938636.html
Wenn jetzt in vielen unternehmen die gehälter bei leitenden angestellten (managern) gekürzt werden sollten dann nicht auch die gehälter der spitzen politiker sinken? Meine das jetzt weil es ja andersrum gerne als argument genommen wird wenn es um diäten erhöhungen geht.
rainer_daeschler 12.12.2013
4. Erfolgsunabhängig sicheres Gehalt?
Zitat von AusfriedenauWährend bei MitarbeiterInnen Nullrunden VERORDNET werden, sind die Aufsichtsräte irgendwann einmal bereit, "über eine Kürzung der Vorstandsgehälter zu diskutieren". Wie lange werden sich diese Diskussionen hinziehen und sicherlich mit dem Ergebnis, dass Kürzungen dann in irgendeiner Weise durch Aktien oder andere bargeldlose Zuwendungen kompensiert werden. Hoch lebe die "asoziale Marktwirtschaft"!
Alleine das ist schon wundersam. Geht es dem Unternehmen schlechter, müssten die variablen Vergütungsbestandteile ganz von selber niedriger ausfallen. Die Gehaltskürzungen kämen automatisch. Die Kriterien dazu sind aber offensichtlich so formuliert, dass geringerer Erfolg keinen Einfluss darauf hat. Die Vorstände genießen erfolgsunabhängig ein sicheres Gehalt auf hohem Niveau. Das offenbart die Diskussion des Aufsichtsrats.
karl-felix 12.12.2013
5. Na.ja
Zitat von kdshpWenn jetzt in vielen unternehmen die gehälter bei leitenden angestellten (managern) gekürzt werden sollten dann nicht auch die gehälter der spitzen politiker sinken? Meine das jetzt weil es ja andersrum gerne als argument genommen wird wenn es um diäten erhöhungen geht.
warum nicht? Nur die Relationen sollte man schon beachten. Die paar Nasen im RWE Vorstand verdienen ungefähr das gleiche wie der riesige Bundestag vielleicht das zehnfache der gesamten Bundesregierung. Der Chef sogar weit mehr als das zehnfache des deutschen Bundeskanzlers. Ich würde das irgendwie koppeln. Ein Angestellter einer Firma in Deutschland darf nicht mehr als das fünffache des Bundeskanzlers verdienen . Was halten Sie davon ? Sie meinen dann nähmen alle Manager Reissaus ?
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