Geplanter Verkauf von Dea Gabriel prüft Russland-Deal von RWE

Mitten in der Ukraine-Krise will RWE seine Tochter Dea an einen russischen Oligarchen verkaufen. Nun lässt Wirtschaftsminister Gabriel nach SPIEGEL-Informationen prüfen, ob der Deal deutsche Interessen verletzt. Bei RWE bangt man um Milliarden-Einnahmen.
Wirtschaftsminister Gabriel: RWE-Chef Terium persönlich informiert

Wirtschaftsminister Gabriel: RWE-Chef Terium persönlich informiert

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

Hamburg - Das Bundeswirtschaftsministerium untersucht nach Informationen des SPIEGEL den Verkauf der Öl- und Gassparte Dea des RWE-Konzerns an ein Firmenkonstrukt, das dem russischen Oligarchen Michail Fridman gehört. Das Ministerium prüft, ob nach dem Außenwirtschaftsgesetz strategische Interessen Deutschlands verletzt werden.

Am Freitag informierte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel den RWE-Chef Peter Terium von den Ermittlungen. Offensichtlich werden dabei auch neue Informationen zu dem Geschäft ausgewertet, das neben großen Teilen des deutschen Gas- und Ölvorkommens wichtige Gasspeicher umfasst.

In der Essener RWE-Zentrale herrschte nach dem Telefonat helle Aufregung. Die Manager befürchten, der 5,1 Milliarden Euro schwere Deal mit dem russischen Oligarchen könnte nun doch noch verzögert oder gar untersagt werden. Für RWE-Chef Terium und seine Aktionäre, unter denen sich auch zahlreiche NRW-Kommunen befinden, wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe. RWE ist schon jetzt mit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldet.

Das Wirtschaftsministerium bestätigte am Sonntag die Prüfung. Eine Sprecherin sagte, sie werde "ergebnisoffen" verlaufen, es gebe "keinen konkreten Verdacht" auf eine Verletzung deutscher Interessen. Das Ergebnis solle in zwei Monaten vorliegen.

dab/AFP