Nach Rodungsstopp RWE räumt erneut Barrikaden im Hambacher Forst

Nach dem Rodungsstopp im Hambacher Forst sind die Aktivisten zurück. RWE-Mitarbeiter transportieren nun Baumaterial und Barrikaden aus dem Wald. Eine Räumung der neuen Baumhäuser sei aber nicht geplant.

Arbeiter von RWE tragen Baumaterial aus dem Hambacher Forst
DPA

Arbeiter von RWE tragen Baumaterial aus dem Hambacher Forst


Der Energiekonzern RWE hat einen Monat nach der Räumung von Baumhäusern im Hambacher Forst mit der Beseitigung von neu errichteten Barrikaden begonnen. Das von Braunkohlegegnern angelegte Wiesencamp sowie die neu gebauten Baumhäuser sollen nach Angaben der Polizei im Zuge der heutigen Arbeiten jedoch nicht geräumt werden.

Die Polizei, die nach eigenen Angaben die Arbeiten schützt, appellierte via Twitter an Aktivisten im Wald, sich ruhig und kooperativ zu verhalten. Der erste größere Einsatz nach der Baumhaus-Räumung verlief nach Angaben einer Polizeisprecherin zunächst friedlich. RWE entferne unter Verweis auf das Landesforstgesetz Gegenstände und Hindernisse, die nicht in den Wald gehörten.

Darunter befand sich auch eine Konstruktion aus einem Kanister und Drähten, die von Sprengstoffexperten der Polizei untersucht wurde und sich später als Attrappe erwies.

Nach der Beseitigung der Baumhäuser im Oktober wollte RWE einen Großteil des Waldes für den Braunkohletagebau Hambach abholzen. Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte jedoch einen vorläufigen Rodungsstopp. Seitdem ist der Hambacher Forst kein Betriebsgelände mehr, sondern unterliegt als öffentlich zugänglicher Wald dem Forstgesetz.

Nachdem die Polizei mit einem Großaufgebot bis Anfang Oktober 86 von Aktivisten errichtete Baumhäuser entfernt hatte, waren wieder meterhohe Hindernisse - vor allem aus Baumstämmen und Ästen - aufgeschichtet worden.

Ein Aktivist, der sich auf einer Holzkonstruktion befand, habe dazu bewogen werden können, herunterzukommen, sagte die Polizeisprecherin. Die Beamten seien auch vor Ort, um mögliche Beweismittel sicherzustellen, mit denen Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begangen werden könnten.

kko/dpa



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