Quartalszahlen RWE veröffentlicht überraschend hohen Gewinn

Der Energiekonzern RWE hat zu Jahresbeginn wegen eines starken Handelsgeschäfts überraschend mehr verdient. Allerdings hat das Unternehmen damit das beste Jahresviertel möglicherweise schon hinter sich.
RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem

RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem

Foto: Oliver Berg/ dpa

Fachleute hatten erwartet, dass RWE auch im ersten Quartal weniger Geld verdient. Ein gutes Handelsergebnis ließ das Betriebsergebnis aber überraschend steigen. Das Betriebsergebnis legte verglichen mit dem Startquartal 2015 um 7,1 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro zu, wie RWE am Donnerstag in Essen mitteilte. Trotz des unerwartet starken Jahresauftakts erwartet der Vorstand weiter einen kräftigen Gewinnrückgang im Gesamtjahr.

Die Handelssparte schaffte ein Plus von sieben Millionen auf 166 Millionen Euro. Damit konnte RWE auch den Gewinnrückgang der konventionellen Kraftwerke wettmachen. Der Verfall der Strompreise im Großhandel fraß sich dabei weiter in die Bilanz.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn schrumpfte allerdings um gut zwei Prozent auf 857 Millionen Euro. Das lag vor allem an einem schlechteren Finanzergebnis, das vor einem Jahr noch von Gewinnen aus dem Verkauf von Wertpapieren profitiert hatte. Inklusive aller Sondereffekte sackte der Überschuss sogar um fast 60 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch von einem Einmalgewinn aus dem Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea profitiert.

Schulden steigen wieder

Damit könnte RWE aber das stärkste Quartal schon hinter sich haben. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern mit sinkenden Einnahmen. Der bereinigte Überschuss soll von 1,13 Milliarden auf 500 bis 700 Millionen Euro zurückgehen. Das erste Quartal sei in der Energiebranche traditionell stark, so dass sich die Ergebnisse nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen lassen. Zudem hatten einmalige Effekte aus der Bilanzierung von Tochtergesellschaften das Ergebnis in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres gestützt.

Einen Rückschlag gab es bei den Schulden. Sie stiegen von Ende Dezember bis Ende März um 2,8 Milliarden auf 27,9 Milliarden Euro. Das lag zum einen an einem wegen des Rückgangs der Strompreise um 1,4 Milliarden Euro gesunkenen Mittelzufluss (Cashflow) aus dem operativen Geschäft. Zum anderen schlugen sich auch die historischen Niedrigzinsen nieder. Deshalb musste der Konzern seine Rückstellungen für Pensionszahlungen an seine Rentner unerwartet stark erhöhen.

RWE droht bereits eine deutliche Verschlechterung seiner Bonitätseinschätzung bei den Ratingagenturen. Neben den wegbrechenden Gewinnen macht dem Konzern dabei die geplante Milliardenzahlung für den Atomausstieg schwer zu schaffen. Analysten kalkulieren, dass allein RWE zusätzlich zu Rückstellungen gut 1,6 Milliarden Euro mehr überweisen müsste. RWE lehnt den Vorschlag der Kommission ab.

Die RWE-Aktie   lag zu Handelsbeginn 2,75 Prozent im Plus und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Dax.

nck/dpa
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