Frankfurter Flughafen Viele Verstöße gegen Nachtflugverbot - Luftaufsicht bestellt Ryanair ein

Der Billigflieger Ryanair war zuletzt Verursacher von 80 Prozent aller Lärmschutz-Verletzungen am Flughafen Frankfurt. Ist das Zufall - oder plant der Billigflieger seinen Flugplan ohne Rücksicht auf die Nachtruhe?
Ryanair-Flugzeuge

Ryanair-Flugzeuge

Foto: REUTERS

Der Billigflieger Ryanair kommt auffallend schlecht mit dem aus Lärmschutzgründen verhängten Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen zurecht. Die zuständige Luftaufsicht - das hessische Verkehrsministerium - hat daher die irische Fluggesellschaft zu einem Gespräch einbestellt.

Ryanair wird bei dem Termin Anfang Dezember darlegen müssen, dass die häufigen Landungen ihrer Maschinen nach 23.00 Uhr Zufall sind - und nicht bereits in der Flugplangestaltung des Unternehmens angelegt sind.

Nur unter dieser Voraussetzung sind am größten deutschen Flughafen Landungen zwischen 23 und 24 Uhr ohne Einzelfallgenehmigung erlaubt. Gestartet werden darf in dieser Zeit ohnehin nicht. Ryanair hat mit seinen knapp kalkulierten Abläufen besonders viele späte Landefenster kurz vor 23.00 Uhr. So waren diesen Donnerstag fünf der letzten acht planmäßigen Landungen in Frankfurt für Ryanair vorgesehen.

Die Luftaufsicht befragt seit Oktober bei jeder einzelnen Spätlandung den jeweiligen Piloten nach den Gründen. Ryanair hat sich in der Vergangenheit auf die Auswirkungen von Streiks bei den europäischen Flugsicherungen berufen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Flughafenbetreiber Fraport angekündigt. Der Luftaufsicht muss die Gesellschaft nun die Einsatzpläne für die einzelnen Jets vorlegen.

Nach Zahlen des Ministeriums war Ryanair bis vergangenen Montag für 32 von 40 registrierten Spätlandungen im November verantwortlich. Im Oktober verursachten die irischen Jets 39 von 85 registrierten Verspätungen nach der 23-Uhr-Grenze. Auch andere Fluggesellschaften wie Condor oder früher Air Berlin landen häufiger zu spät in Frankfurt. Es habe auch Gespräche mit anderen Airlines gegeben, so der Ministeriumssprecher.

"Einige der Flüge nach Frankfurt am Main litten unter geringfügigen Verspätungen aufgrund von Streiks und Problemen in ganz Europa", sagte Robin Kiely, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Ryanair. Das Unternehmen sei sich über das Nachtflugverbot ab 23 Uhr am Flughafen Frankfurt am Main bewusst und arbeite derzeit gemeinsam mit dem Flughafen daran, dieses Nachtflugverbot einhalten zu können.

beb/dpa-AFX
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