Irische Fluglinie Billigstrategie bringt Ryanair viel Geld

Die irische Fluglinie Ryanair steigert ihren Gewinn und kündigt einen weiteren Preiskampf an. Die Lufthansa reagiert auf den Herausforderer mit einer eigenen Billigstrategie.

Ryanair-Chef Michael O'Leary: Gewinn soll auf knappe Milliarde steigen
AFP

Ryanair-Chef Michael O'Leary: Gewinn soll auf knappe Milliarde steigen


Ryanair Chart zeigen will nach deutlichen Geschäftszuwächsen im Frühjahr mit weiteren Preissenkungen Marktanteile gewinnen. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 1,5 Milliarden Euro und der Überschuss um ein Viertel auf 197 Millionen, wie die irische Billig-Airline mitteilte.

Niedrigere Kosten wirkten sich dabei positiv aus. Die Kunden hätten davon bereits in Form günstigerer Tickets profitiert, hieß es. Im Winter will die gemessen an der Passagierzahl größte Fluggesellschaft Europas die Preise weiter deutlich senken und rechnet selbst damit, dass sich die Konkurrenz anschließt.

Ryanair und der Billig-Rivale Easyjet Chart zeigen machen etablierten Airlines wie der Lufthansa das Leben schwer, weil sie deutlich niedrigere Kosten haben und damit flexibler sind. Die Lufthansa Chart zeigen reagiert bereits darauf und will zum Beispiel Kunden, die nur mit Handgepäck reisen, günstigere Tickets anbieten.

Ryanair rechnet mittlerweile im laufenden Geschäftsjahr bis März 2016 mit 103 Millionen Passagieren. Zuletzt wurden erst 100 Millionen vorausgesagt, nachdem es im Jahr zuvor 90,6 Millionen waren. Der Nachsteuerjahresgewinn dürfte demnach am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 940 bis 970 Millionen Euro liegen.

ade/Reuters



insgesamt 64 Beiträge
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Bekennender Atheist 27.07.2015
1. Doch
zu welchem Preis werden die Tickets günstiger. Die Beinfreiheit wird immer kleiner, auf Mittestreckenflügen werden auch nur noch Minisnaks gereicht. Wenn das so weiter geht stehen wir bald in den Flugzeugen
hevopi 27.07.2015
2. Da wird es die Lufthansa,
die sich ja leider noch zusätzlich mit Streiks profiliert, es sehr schwer haben. Wann werden auch endlich die Gewerkschaften begreifen, dass man im Wettbewerb heute leistungsfähig sein muss und nicht noch Marktanteile durch überhöhte Preise halten kann? Der sogenannte Service mag ja für die business-class und Geschäftsreisende wichtig sein, der "Otto-Normalverbraucher" will sicher und billig sein Ziel erreichen und legt auf diesen sogenannten Service genau 0 Wert. Es reichen beim Einstieg eine Flasche Wasser und wer was zu essen will, soll es bezahlen. Auch bei Langstreckenflügen kann der Service minimiert werden, wofür kostenlosen Cognac, Wein oder ausgewählte Speisen umsonst?
halle/saale-40 27.07.2015
3.
...bis irgendwann mal so ´n Vogel runterkommt... Dann ist das Geschrei wieder groß, und jeder hat es schon immer besser gewusst. Ich hab grad keine Statistik zur Hand, aber gefühlt brennen wesentlich mehr Fernbusse seit Öffnung des Marktes und insbesondere seit dem immensen Preiskampf ab. Fällt jemandem was auf?
the.queen.of.mean 27.07.2015
4. Überall das gleiche Übel
RyanAir macht es wie alle. Kosten senken, beim Personal sparen. Oder beim Beschaffer sparen, der dadurch günstiger wird, dass es beim Personal spart. Wenn alle Firmen dadurch sparen, dass sie entweder Personal entlassen oder Stellen nicht nachbesetzen, wer arbeitet dann überhaupt noch? Es wird vergessen, dass Wirtschaft ein viel zu großer Sektor ist. Es wird eine Schere geben, ein paar, die viel verdienen und ein Heer derer, die wenig bis gar nichts haben. Oh, Moment, das passiert ja schon. Warum muss immer alles nur nach Gewinn und Geld gehen? Die Welt hat wirklich größere Probleme.
123Klarspüler 27.07.2015
5. Tja...
Man kann sich als Passagier eben nicht einerseits bei der Lufthansa über hohe Preise und nerviges Gestreike beschweren,andererseits vom Sofa aus harsche Geschäfts- und vor allem Personalpolitik Ryanairs anprangen. Entweder billig, oder eben Lufthansa...die im globalen Konkurrenzkampf auf absehbare Zeit wohl kaum eine Chance haben wird, denn dafür haben wir alle es viel zu gerne billig!
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