Sicherheitsbedenken Ryanair feuert Pilot nach Auftritt in TV-Doku

Kritik am Arbeitgeber ist einem Ryanair-Piloten zum Verhängnis geworden. Der Mann hatte in einer TV-Doku berichtet, er habe Ärger für zu hohen Treibstoffverbrauch bekommen. Die Billigfluglinie kündigte rechtliche Schritte gegen den Mitarbeiter an.
Ryanair-Maschine: "Werden nicht zulassen, dass ein Angestellter uns diffamiert"

Ryanair-Maschine: "Werden nicht zulassen, dass ein Angestellter uns diffamiert"

Foto: Maciej Kulczynski/ dpa

Dublin - Europas größter Billigflieger Ryanair hat einen Piloten entlassen, weil dieser Sicherheitsbedenken in einer TV-Dokumentation geäußert hatte. Zudem würden rechtliche Schritte vorbereitet, teilte die irische Fluggesellschaft am Donnerstag mit. "Wir werden es nicht zulassen, dass ein Ryanair-Angestellter unsere Sicherheit im nationalen Fernsehen diffamiert, nachdem er nur drei Wochen vorher Ryanair schriftlich bestätigt hat, keine Sicherheitsbedenken zu haben."

Der betroffene Pilot hatte in dem in dieser Woche vom britischen Sender Channel 4 ausgestrahlten Beitrag unter anderem gesagt, er habe einen kritischen Brief erhalten, weil er zu viel Treibstoff benutzt habe. Ryanair hatte in den vergangenen Wochen Vorwürfe von Piloten zurückgewiesen, wonach die Fluggesellschaft die Besatzungen dazu anrege, weniger Treibstoffreserven mitzuführen.

Außerdem verwahrte sich die Airline dagegen, angeblich durch Androhung von Disziplinarstrafen das Melden von Sicherheitsbedenken zu unterbinden. Der Pilot äußerte sich zu seiner Entlassung zunächst nicht. In der Vergangenheit war er bereits in Rechtsstreitigkeiten mit dem Management im Zusammenhang mit der gewerkschaftlichen Vertretung von Piloten verwickelt.

IAA-Untersuchung entlastet Ryanair

Die Pilotenvereinigung RPG teilte kürzlich mit, eine Befragung unter Ryanair-Mitarbeitern habe ergeben, dass eine Mehrheit der Piloten die Überprüfung der Sicherheit der Flugzeuge für nicht ausreichend hält. Ryanair erkennt die Pilotenvertretung nicht an und wies die Ergebnisse der Befragung zurück. Seit Beginn des Betriebs vor 29 Jahren hat es nach Angaben der Airline keinen einzigen Todesfall gegeben.

Die Flugaufsicht IAA teilte mit, Ryanair erfülle alle europäischen und internationalen Sicherheitsanforderungen. Im vergangenen Jahr hatten gleich drei Ryanair-Flugzeuge wegen Treibstoffmangels den Notruf "Mayday" ausgegeben. Daraufhin wurde eine Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob Ryanair die Notlandungen durch mangelhafte Spritversorgung selbst provoziert habe. Der IAA zufolge traf die Fluggesellschaft aber keine Schuld.

cte/Reuters