»Die Arbeitsbedingungen sind schrecklich« Viele Flugausfälle in Europa wegen Streiks bei Ryanair

In Belgien, Spanien und Portugal mussten Dutzende Flieger des Flugdiscounters Ryanair am Boden bleiben, weil die Mitarbeiter streiken. Am Wochenende sollen die Arbeitsniederlegungen noch ausgeweitet werden.
Schlangestehen in Charleroi: Allein in Belgien fielen am Freitag etliche Ryanair Flüge aus

Schlangestehen in Charleroi: Allein in Belgien fielen am Freitag etliche Ryanair Flüge aus

Foto: Kenzo Tribouillard / AFP

Mitten in der Urlaubssaison hat ein Ausstand des Kabinenpersonals bei Europas größtem Billigflieger Ryanair zum Ausfall von Flügen in mehreren europäischen Ländern geführt. Ryanair-Mitarbeiter streikten Gewerkschaften zufolge am Freitag in Belgien, Spanien und Portugal und führten damit zum Ausfall von zahlreichen Flügen. Allein am Flughafen Charleroi sollen belgischen Medien zufolge 127 Flüge gestrichen werden.

Gewerkschaften in den Ländern hatten zu dreitägigen Protesten aufgerufen. Am Wochenende sollen auch Italien und Frankreich betroffen sein. Der irische Konzern Ryanair halte sich nicht an das Arbeitsrecht in den betroffenen Ländern und umgehe etwa Mindestlöhne, kritisierten die Gewerkschaften.

Gewerkschaft: Kein Wasser an Bord

»Die Arbeitsbedingungen sind schrecklich«, sagte etwa Ricardo Penarroias, Vorsitzender der portugiesischen Gewerkschaft SNPVAC. Mitglieder der Crews dürften nicht einmal eine Flasche Wasser mit an Bord nehmen. Ryanair äußerte sich zunächst nicht. Der Konzern hatte aber bereits erklärt, er habe für 90 Prozent seiner Mitarbeiter in Europa Übereinkünfte geschlossen und erwarte keine weitreichenden Auswirkungen von Streiks im wichtigen Sommergeschäft.

In Belgien war auch der Lufthansa-Konzern von Ausständen betroffen. Bei der Tochter Brussels Airlines protestierte das Cockpit- und Kabinenpersonal, der Airline zufolge kommt es deshalb zu Beeinträchtigungen. Laut Brussels Airlines sollen die Ausstände vom 23. bis 25. Juni andauern, die genauen Auswirkungen seien noch nicht abzusehen.

In der Luftfahrt knirscht es zum Auftakt der Hauptreisezeit gewaltig, da fast überall nicht genug Personal für ein Verkehrsvolumen wie zu Spitzenzeiten von vor der Pandemie da ist. Auch die Flughäfen haben mit Personalengpässen zu kämpfen. Reisende müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen.

atb/Reuters/dpa
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