Wegen Omikron-Variante Ryanair rechnet mit verdoppeltem Verlust

Die Prognose war schon vorher nicht rosig: Ein Minus von hundert Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr hatte Ryanair-Chef Michael O’Leary ursprünglich erwartet. Seither hat sich die Lage jedoch drastisch verschlechtert.
Beschränkte Reisen: Ryanair-Chef Michael O’Leary

Beschränkte Reisen: Ryanair-Chef Michael O’Leary

Foto: Justin Tallis / AFP

Die schnelle Verbreitung der Coronavirusvariante Omikron durchkreuzt die Geschäftspläne des Billigfliegers Ryanair. Wegen neuer Reisebeschränkungen in Europa und eines Buchungseinbruchs rechnet das Management um Konzernchef Michael O’Leary im laufenden Geschäftsjahr mit mehr als doppelt so viel Verlust wie zuletzt.

Wie es im Februar und März weitergeht, sei noch nicht entschieden, hatte das irische Unternehmen am Mittwoch kurz vor Börsenschluss mitgeteilt. Dennoch ging es für die Ryanair-Aktie nach leichten Kursverlusten am Abend schon diesen Donnerstag wieder aufwärts.

Bis zu 450 Millionen Euro im Minus

Bereits Anfang November hatte O’Leary den Anlegern einen Verlust in Höhe von 100 bis 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Doch in den vergangenen Wochen haben viele Regierungen neue Reisebeschränkungen verhängt, um die Ausbreitung der Omikron-Variante zu bremsen, die in Europa besonders Großbritannien schon stark getroffen hat.

In Deutschland gilt Großbritannien seit Montag als Virusvariantengebiet. Auch Geimpfte und Genesene müssen nach der Einreise von dort 14 Tage in Quarantäne. Zudem dürfen aus Großbritannien nur noch Bundesbürger und Menschen mit deutschem Wohnsitz ins Land kommen. Der Flugverkehr zwischen der EU und Marokko ist sogar gestoppt. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2022 erwartet die Ryanair-Führung aufgrund dieser Beschränkungen nun einen Fehlbetrag zwischen 250 und 450 Millionen Euro.

Flugangebot sinkt um ein Drittel

Auch die kurzfristigen Buchungen für Weihnachten und den Jahreswechsel seien deutlich zurückgegangen, berichtete Ryanair. Die Konzernspitze rechnet für Dezember insgesamt nur noch mit 9 bis 9,5 Millionen statt 10 bis 11 Millionen Passagieren. Im Januar dürften es laut dem Unternehmen nur noch 6 bis 7 Millionen Fluggäste sein. Ryanair streicht das Flugangebot für diesen Monat um ein Drittel zusammen.

Dadurch rückt für Europas größten Billigflieger auch das bisherige Ziel von mehr als hundert Millionen Passagieren im laufenden Geschäftsjahr außer Reichweite. Die tatsächliche Zahl werde unter hundert Millionen liegen, hieß es nun. Wie hoch der Jahresverlust ausfällt, hänge jedoch stark von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.

mamk/dpa
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