Drohender Weihnachtsstreik Gewerkschaft enttäuscht vom ersten Treffen mit Ryanair-Führung

Das Management von Ryanair hat sich erstmals mit einer Pilotengewerkschaft getroffen. Die Billigairline spricht von einem "positiven" Treffen. Die Piloten zeigen sich unzufrieden.
Ryanair-Maschine

Ryanair-Maschine

Foto: ALBERTO PIZZOLI/ AFP

Das erste Treffen mit einer Pilotengewerkschaft in der Geschichte der Fluggesellschaft Ryanair hat keine Fortschritte gebracht. Die irische Gewerkschaft Impact Trade Union zeigte sich enttäuscht. Ryanair hingegen bewertete das Treffen als "positiv". An diesem Mittwoch werden Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern aus Deutschland geführt.

Ryanair sei nicht bereit gewesen, die irische Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen, kritisierte Pressesprecher Bernard Harbor. Man habe jetzt dem Unternehmen eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet und erwarte bis Donnerstagmittag eine Antwort. Mitglied der Gewerkschaft ist die irische Pilotenvereinigung IALPA. Ryanair sagte zu, bis Donnerstag schriftlich auf Vorschläge zu antworten.

Die Billigairline hatte es bislang grundsätzlich abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter ihrer Beschäftigten anzuerkennen. Ryanair hatte seine antigewerkschaftliche Haltung in der vergangenen Woche angesichts von Streikdrohungen für das Weihnachtsgeschäft in mehreren europäischen Staaten aufgegeben. Man sei nunmehr bereit, Gewerkschaften als Interessenvertreter der Arbeitnehmer anzuerkennen, hieß es.

Noch in der vergangenen Woche hatte Ryanair Gespräche über die Arbeitsbedingungen der Flugbegleiter abgelehnt. Das hatte bei der deutschen Gewerkschaft Ufo für Empörung gesorgt. "Es ist ein Skandal, dass Ryanair hier eine Zweiklassengesellschaft errichten will".", sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies. "Arbeitnehmerrechte können nicht an der Cockpittür haltmachen."

Für Mittwoch sind Verhandlungen zwischen Ryanair und Vertretern der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geplant. Man müsse herausbekommen, ob Ryanair wirklich Tarifverhandlungen anstrebe, sagte VC-Vorstand Markus Wahl. "Es kann auch sein, dass sie sich nur über die Weihnachtstage retten wollen."

Gemeinsam mit den europäischen Partnergewerkschaften für das Kabinenpersonal verlange man weiterhin Verhandlungen und werde den Druck auf Ryanair erhöhen. Für den Fall, dass das Unternehmen nicht verhandeln sollte, stünden die nächsten Streikankündigungen bevor, diesmal seitens des Kabinenpersonals.

hej/dpa-AFX