"Süchtig nach staatlichen Beihilfen" Ryanair will Lufthansa-Rettungspaket anfechten

Bundesregierung und Lufthansa haben sich auf ein milliardenschweres Rettungspaket geeinigt. Dem Konkurrenten Ryanair passt das gar nicht. Der Konzern will nun rechtliche Schritte einleiten.
Ryanair-Chef Michael O'Leary: "Der Wettbewerb wird massiv verzerrt"

Ryanair-Chef Michael O'Leary: "Der Wettbewerb wird massiv verzerrt"

Foto: KENZO TRIBOUILLARD/ AFP

Der Billigflieger Ryanair will rechtlich gegen das neun Milliarden Euro schwere staatliche Rettungspaket für die Lufthansa vorgehen. "Ryanair wird gegen das jüngste Beispiel illegaler staatlicher Beihilfen an die Lufthansa Beschwerde einlegen", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Die Finanzhilfe werde der Lufthansa Preise unter ihren tatsächlichen Kosten ermöglichen und den Billigairlines Ryanair aus Irland oder Easyjet aus Großbritannien den Wettbewerb erschweren. Dieser werde massiv verzerrt.

"Lufthansa ist süchtig nach staatlichen Beihilfen. Wann immer es eine Krise gibt, ist der erste Reflex der Lufthansa, die Hand in die Tasche der deutschen Regierung zu stecken", schrieb O'Leary in einer Mitteilung. Es sei zutiefst ironisch, dass die deutsche Regierung, die alle anderen Mitgliedsländer über die Einhaltung der EU-Vorschriften belehre, keine Hemmung habe, die Vorschriften über staatliche Beihilfen zu brechen, wenn es um die Lufthansa gehe.

Die Bundesregierung und die Lufthansa hatten sich am Montag nach wochenlangen Verhandlungen auf die Staatshilfe in Form von Krediten, stillen Einlagen und einem Einstieg des Staates bei der Lufthansa in Höhe von 20 Prozent geeinigt. Allerdings sind damit noch lange nicht alle Hürden genommen. Zustimmen muss nämlich auch noch die EU-Kommission. Dieser Punkt ist offenbar alles andere als eine Formalie. Die Wettbewerbsauflagen der Kommission stellten ein echtes Hindernis für den Abschluss dar, sagte am Montag ein Insider dem SPIEGEL.

hej/Reuters
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