US-Ratingagenturen S&P strebt offenbar Milliardenvergleich mit US-Regierung an

US-Ratingagenturen standen nach Ausbruch der Finanzkrise im Verdacht, die Krise mit geschönten Kreditbewertungen befeuert zu haben. Nun will sich Standard & Poor's offenbar von einem Gerichtsverfahren freikaufen - zu einem guten Preis.

Büros von S&P in New York: Könnte günstig davonkommen
DPA

Büros von S&P in New York: Könnte günstig davonkommen


Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) steht im Rechtsstreit mit der US-Regierung um geschönte Kreditbewertungen laut einem Zeitungsbericht vor einer Einigung. Bereits an diesem Donnerstag könne ein Vergleich über 1,37 Milliarden Dollar (1,21 Milliarden Euro) bekannt gegeben werden, meldete die US-Zeitung "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Mit der Zahlung würde sich S&P in einem vor fast zwei Jahren gestarteten Verfahren freikaufen. Das Justizministerium wirft der Ratingfirma vor, Bonitätsnoten für Hypothekenanleihen frisiert zu haben. 20 US-Staaten hatten sich der Klage später angeschlossen.

Die zu positiven Bewertungen der Papiere gelten als Brandbeschleuniger der Finanzkrise von 2008. S&P würde mit der Strafe wohl noch relativ glimpflich davonkommen - das Justizministerium hatte ursprünglich fünf Milliarden Dollar gefordert.

S&P hatte die Vorwürfe zunächst vehement bestritten: Niemand habe das Ausmaß des Einbruchs am Immobilienmarkt voraussehen können. Das Unternehmen ist die führende der drei großen Ratingagenturen, zu denen noch Moody's und Fitch zählen.

In der vergangenen Woche hatte sich S&P bereits mit der US-Börsenaufsicht auf einen Vergleich geeinigt, um Vorwürfe wegen geschönter Kreditbewertungen aus der Welt zu schaffen. S&P zahlt 77 Millionen Dollar und darf ein Jahr lang keine Ratings mehr für bestimmte durch Gewerbeimmobilien besicherte Anleihen vergeben.

loe/dpa



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
archiebald 28.01.2015
1. same procedure as everytime...
Immer diese aussergerichtlichen Vergleiche! ich behaupte mal dass, beiweitem mehr rausspringen würde für das Governement, würde diese die Anklage durchziehen. Aber es wäre viel wichtiger mal wieder ein ordentliches Urteil auszusprechen, welches das schuldige Unternehmen so richtig den Ruf kostet als immer nur die Kohle einzuziehen.
2Fast4U 28.01.2015
2. Manche sind eben Gleicher als Andere.
Und so schützt das Kapital die unproduktiven und schmarotzenden die es selbst hervor gebracht hat... 1.4 Milliarden sind ein Lacher für das angerichtete Unheil.
izra_l. 29.01.2015
3. 100 Milliarden
100 Milliarden an Strafe wären noch nicht genug. So viel Leid uns Elend in Amerika und die schieben ein paar Nullen hin und her ohne jedwede Konsequenz. Kritik von der Presse? Null (Echo echo Echo Echo...)
raederdieter 29.01.2015
4. US-Ratingagenturen
Daran sieht man die sind nichts mehr wert ,egal was die sagen ist gelogen , gibt man denen Geld hat man eine gute Bewertung , gibt man nichts wird man Herabgestuft
sarkosy 29.01.2015
5.
Der US-Staat bestraft die Rating-Agenturen( wie auch gewisse Banken),aber zuweit geht man natürlich nicht:sie dürfen und müssen weltweit den amerikanischen Wildkapitalismus durchsetzen!Deren Monopolstellung ist nach wie vor unangetastet - wo bleibt eigentlich die EU-Rating-Agentur?Man gewinnt immer mehr den Eindruck,dass Brüssel gemeinsam mit den USA( siehe Freihandelsabkommen) die EU- Staaten aushebeln und völlig gefügig machen wollen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.