Sal. Oppenheim-Prozess Staatsanwaltschaft und verurteilter Banker gehen in Revision

Der Ex-Chef der Bank Sal. Oppenheim wehrt sich gegen eine drohende Gefängnisstrafe. Friedrich Carl Janssen geht nach dem Untreue-Prozess in Revision. Auch die Staatsanwaltschaft will das Urteil anfechten.

Ehemaliger Sal. Oppenheim-Banker Janssen: Ihm droht Gefängnis
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Ehemaliger Sal. Oppenheim-Banker Janssen: Ihm droht Gefängnis


Die Kölner Staatsanwaltschaft und der Banker Friedrich Carl Janssen fechten das Urteil im Strafprozess gegen die frühere Führung des Bankhauses Sal. Oppenheim an. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts mit.

Janssen, der früher für das Risikomanagement zuständig war, muss als Einziger nach dem Gerichtsbeschluss in Haft. Die Strafen gegen drei weitere Ex-Bankchefs hatte das Gericht in dem spektakulären Wirtschaftsstrafprozess zur Bewährung ausgesetzt. Der Gerichtssprecher sagte, bis Donnerstag hätten auch die anderen Angeklagten Zeit, Revision einzulegen. Das Kölner Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

Die vier Ex-Bankchefs wurden wegen besonders schwerer Untreue in zwei Fällen verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) muss nun prüfen, ob es Rechtsfehler in dem komplexen, mehr als zwei Jahre dauernden Verfahren gab. Sollten gravierende Fehler festgestellt werden, würde der Fall voraussichtlich an das Kölner Landgericht - aber dort an eine andere Kammer - zurückverwiesen.

Bis der BGH in Karlsruhe sich mit dem Fall befasst, könnte noch einige Zeit vergehen: Die schriftliche Ausarbeitung des umfangreichen Kölner Urteils dauert möglicherweise mehrere Monate. Nach der Zustellung haben die Beteiligten dann noch einen Monat Zeit für ihre Revisionsbegründung.

In dem Prozess ging es um ein umstrittenes Immobiliengeschäft in Frankfurt sowie riskante Investments der Bank bei dem damals schon angeschlagenen und inzwischen pleitegegangenen Arcandor-Konzern.

Die vier einstigen Top-Banker haben Sal. Oppenheim nach Ansicht des Gerichts einen Schaden von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro zugefügt. In dem Verfahren war auch der Niedergang der einst größten europäischen Privatbank beleuchtet worden, die heute - stark verkleinert - zur Deutschen Bank gehört.

Janssen hatte ein Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten erhalten, die Angeklagten Matthias Graf von Krockow und Dieter Pfundt eine Freiheitsstrafe von je zwei Jahren, Christopher von Oppenheim ein Jahr und elf Monate. Diese drei Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte für alle vier früher persönlich haftenden Gesellschafter Gefängnis verlangt.

Den damaligen Geschäftspartner der Ex-Bankführung, Josef Esch, verurteilte das Gericht wegen des "fahrlässigen unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften" zu einer Geldstrafe von 495.000 Euro. Die Revision der Staatsanwaltschaft betrifft alle fünf Urteile.

kbl/dpa

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