Salzgitter Erster deutscher Konzern zahlt Trumps Strafzoll

Der Stahlhersteller Salzgitter bezahlt seit Ende März einen Strafzoll von 22,9 Prozent für bestimmte Exporte in die USA. Gleichzeitig weist der Konzern die Dumpingvorwürfe zurück. Greift jetzt die EU ein?
Stahl-Produktion bei Salzgitter

Stahl-Produktion bei Salzgitter

Foto: Morris MacMatzen/ Getty Images

Nach den Dumpingvorwürfen der US-Regierung hat mit der Salzgitter AG das erste deutsche Unternehmen die Zahlung eines Strafzolls bestätigt. "Das ist seit dem 30. März rechtskräftig, und unser Produkt Grobblech wird seitdem mit Strafzöllen von 22,9 Prozent belegt", sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller.

Die Strafzölle werden aber nicht rückwirkend erhoben, betonte der Sprecher. Der Konzern wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erneut entschieden zurück. Das US-Geschäft trägt sechs Prozent zum Umsatz des Stahlkochers bei.

Eine Kommission der US-Regierung soll am 15. Mai noch separat befinden, ob durch die vorgeworfenen Dumpingpraktiken die heimische Wirtschaft geschädigt worden ist. Salzgitter   soll Waren unterhalb der Herstellungskosten verkauft haben, so der Vorwurf. Die US-Regierung sieht ihre Vorwürfe gegen mehrere ausländische Stahlproduzenten bestätigt, darunter auch die Dillinger Hütte.

Beim Anti-Dumping-Verfahren gegen Salzgitter geht es um Grobblech, mit dem ein eigenes Rohrwerk des Konzerns in den USA versorgt wird. Kleine Mengen seien auch außerhalb dieses Werks in den USA verkauft worden, so das Unternehmen. Gegenstand der Untersuchung waren Produktlieferungen von rund 200.000 Tonnen.

Mit der erstmaligen Zahlung des Strafzolls wird es wahrscheinlicher, dass die EU-Kommission eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einreicht.

man/dpa