Gewerkschafter bespitzelt Samsung-Manager bekommt Gefängnisstrafe

Lee Sang Hoon, der Verwaltungsratschef von Samsung, ist zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er Gewerkschafter behindert habe. Er ist der dritte verurteilte Topmanager in Serie.
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18 Monate Gefängnis für den Verwaltungsratschef Lee Sang Hoon von Samsung Electronics: Das zentrale Seouler Bezirksgericht befand den Manager am Dienstag für schuldig, gegen Gewerkschaftsgesetze verstoßen zu haben.

Noch zu seiner Zeit als kaufmännischer Geschäftsführer hätten er und rund 25 weitere Verurteilte die Arbeitnehmervertreter des Subunternehmers Samsung Electronics Service behindert und bespitzelt. Das Ziel sei gewesen, die 2013 gegründete Gewerkschaft der Kundenservicetochter aufzulösen. Samsung Electronics lehnte einen Kommentar ab.

Bereits vergangene Woche wurde der Vize-Präsident von Samsung, Kang Kyung Hoon, zu einer 16-monatigen Gefängnisstrafe aus ähnlichen Gründen verurteilt. Der Topmanager soll bei einer anderen Tochterfirma von Samsung gegen Gewerkschaften vorgegangen sein. Der Samsung-Konzern, der auch Marktführer bei Speicherchips und Fernsehern ist, wurde schon öfter für gewerkschaftsfeindliche Politik kritisiert.

Korruptionsvorwürfe gegen Samsung-Erbe

Derzeit steht auch der Erbe des Samsung-Imperiums, Lee Jae Yong, wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Im vergangenen Jahr wurde der Vizevorsitzende von Samsung Electronics zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Das Oberste Gericht in Seoul hatte jedoch den Fall im August dieses Jahres an eine untergeordnete Instanz zurückverwiesen.

Die jüngsten Urteile zeigten, dass das südkoreanische Justizsystem Geschäftsleute für Missmanagement stärker zur Rechenschaft ziehe, sagte Professor Park Sang In von der Seoul National University. Das Management von Samsung Electronics müsse Arbeitsbedingungen schaffen, die internationalen Standards entsprächen.

caw/dpa/Reuters
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