Weitere Sanktionen angekündigt G7 wollen russischen Zugriff auf Gold einschränken

Die westlichen Staaten wollen verhindern, dass die russische Zentralbank internationale Goldreserven einsetzt, um die Wirtschaft zu stützen. In der EU wird derweil über den Import von Öl und Gas aus Russland gestritten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videoschalte mit den G7-Staats- und Regierungschefs

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videoschalte mit den G7-Staats- und Regierungschefs

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Jesco Denzel / dpa

Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) und die EU haben Russland wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine weitere Sanktionen angedroht. »Wir sind bereit, gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen; dabei werden wir weiterhin in Einigkeit handeln«, erklärten die G7-Staats- und Regierungschefs in ihrer Abschlusserklärung zum Gipfeltreffen in Brüssel.

In einzelnen Punkten haben die westlichen Verbündeten einen Monat nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ihren Kurs gegen Moskau zudem weiter verschärft. Die Staaten wollten jede Transaktion mit Gold im Zusammenhang mit der russischen Zentralbank mit Sanktionen belegen, wie ein US-Regierungsvertreter ankündigte.

Gemeinsam wolle man so verhindern, dass die russische Zentralbank internationale Reserven einsetzt, um die russische Wirtschaft zu stützen. Die US-Regierung verhängt zudem neue Sanktionen gegen Hunderte Abgeordnete des russischen Parlaments Duma und weitere Mitglieder der russischen Elite. Außerdem sollen Dutzende russische Rüstungsunternehmen, aber auch Bankmanager auf die Sanktionsliste gesetzt werden.

Österreich gegen Importstopp für russisches Öl und Gas

Die Staats- und Regierungschefs erklärten, sie würden »keine Mühe scheuen«, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin »sowie die Planer und Unterstützer dieser Aggression, einschließlich des Regimes von Lukaschenko in Belarus, für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen«. Zu diesem Zweck würden die G7-Staaten »weiter zusammenarbeiten, gemeinsam mit unseren Verbündeten und Partnern auf der ganzen Welt«.

»Es ist nur Geld. Wenn du noch lebst und deine Infrastruktur in Ordnung ist, kannst du das Geld wieder verdienen«

Lettlands Premier Karins

Unterdessen wird auf einem EU-Gipfel in Brüssel über den Import von russischem Öl und Gas beraten. Die finnische Premierministerin Sanna Marin mahnte, die EU müsse so schnell wie möglich von russischen Energie-Importen loskommen. »Solange wir Energie aus Russland kaufen, finanzieren wir den Krieg«, sagte Marin.

Der lettische Premierminister Krisjanis Karins ging noch weiter und forderte seine Amtskollegen eindringlich dazu auf, die Sanktionen gegen Russland auf Energie-Importe auszuweiten: »Es ist nur Geld. Wenn du noch lebst und deine Infrastruktur in Ordnung ist, kannst du das Geld wieder verdienen.«

Österreichs Kanzler Karl Nehammer schloss einen Importstopp allerdings aus. »Es wird mit uns kein Gasembargo und kein Ölembargo gegenüber der Russischen Föderation geben«, sagte der konservative Politiker. Es gelte, die Energieversorgung für die Menschen sicherzustellen, auch in Bulgarien, Tschechien, der Slowakei oder Ungarn.

apr/AFP/dpa
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