Sanktionen US-Behörden legen iranische Geldquelle trocken

Eine Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ins Visier von US-Behörden geraten: Laut "Wall Street Journal" hat das Institut Iran bei der Abwicklung seiner Ölgeschäfte geholfen. So habe das Regime in Teheran die Sanktionen umgehen können.

Ölraffinerie in Assaluyeh, Iran: Sanktionen umgangen
REUTERS

Ölraffinerie in Assaluyeh, Iran: Sanktionen umgangen


Dubai - Trotz internationaler Sanktionen hat Iran es offenbar geschafft, Erdöl zu verkaufen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, half die in Dubai ansässige Noor Islamic Bank der Regierung in Teheran bei Überweisungen. Der Zeitung zufolge wurden so Ende 2011 bis zu 60 Prozent der Ölverkäufe Irans ermöglicht. Schätzungen zufolge habe das Land mehr als 80 Milliarden Dollar am Export des Rohstoffs verdient, Iran ist der fünftgrößte Erdölproduzent der Welt.

Das US-Finanzministerium habe diese Geschäfte im Dezember gestoppt und damit den mutmaßlich größten Kanal dichtgemacht, über den Geld für Öl nach Iran floss. Laut "Wall Street Journal" nutzte die Bank dafür unter anderem die Banken Saderat und Melli, die von den USA und der EU mit Sanktionen belegt worden sind. Die Noor Islamic Bank gehört teilweise der Regierung von Dubai, ihr Vorsitzender ist Scheich Ahmed, der Sohn des Herrschers von Dubai.

Ziel der Amerikaner ist es, Irans Geldquellen trockenzulegen. Die USA wollen verhindern, dass Teheran sein Atomprogramm vorantreibt. Der Westen wirft dem Regime vor, Nuklearwaffen bauen zu wollen.

Die Noor Islamic Bank teilte am Mittwoch mit, man halte sich an alle internationalen Sanktionen. "Als wir im Dezember erfahren haben, dass die USA Sanktionen gegen eine Reihe von iranischen Banken verhängen, haben wir die geschäftlichen Beziehungen mit diesen Firmen eingestellt", sagte ein Sprecher.

Laut "Wall Street Journal" zeigte die Aktion im Dezember prompt Wirkung: So habe die iranische Währung Rial im Vergleich zum Dollar rund zwölf Prozent an Wert eingebüßt. "Noor war einer der wichtigsten Kanäle, den Iran genutzt hat, um an seine Öleinnahmen zu kommen", zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten Insider. "Das war ein enorm wichtiger Verbindungsknoten."

Noch unklar ist, ob amerikanische Behörden gegen weitere Banken in den Vereinigten Arabischen Emiraten ermitteln. Die Noor Islamic Bank war aber laut US-Regierungsangaben das erste Ziel. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter der Bank, dass es bei den Ölgeschäften um zweistellige Milliardensummen gegangen sei. "Die Bank hat so viel Geld gemacht, dass sie nicht widerstehen konnte", sagte der Mitarbeiter. "Es war einfach zu schön, um wahr zu sein."

cte

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