Softwarehersteller Einigung auf Beschäftigungssicherung bei SAP

Europas größter Softwarehersteller SAP plant einen Umbau beim Personal im gesamten Unternehmen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es dabei nach eigenen Angaben nicht geben.

Zentrale des Softwarekonzerns SAP in Walldorf
Uwe Anspach/dpa

Zentrale des Softwarekonzerns SAP in Walldorf


Betriebsrat und Geschäftsführung des Softwarekonzerns SAP haben sich auf Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung geeinigt. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung sei unterschrieben worden, bestätigte ein SAP-Sprecher einen Bericht des "Mannheimer Morgen".

Die Regelung gelte bis Ende 2023 und schließe betriebsbedingte Kündigungen "zwar nicht rechtlich, aber doch de facto aus", zitiert die Zeitung den SAP-Personalchef in Deutschland, Cawa Younosi, sowie den stellvertretenden Vorsitzenden des SAP-Betriebsrats in Walldorf, Walter Kern, übereinstimmend.

Europas größter Softwarehersteller SAP hatte schon Anfang des Jahres einen weiteren Umbau beim Personal angekündigt. Der Konzern werde zum ersten Mal seit 2015 ein unternehmensweites Restrukturierungsprogramm umsetzen, hieß es. SAP werde Mitarbeiter umschulen, auf andere Positionen versetzen und in einigen Fällen auch mit Abfindungen in den Vorruhestand schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der Technologiebranche mithalten könne. Trotzdem solle die Mitarbeiterzahl weiter wachsen. Zuletzt hatte SAP rund 96.500 Beschäftigte, nächstes Jahr könnten es 105.000 sein.

"Dem Betriebsrat und uns ging es darum, für die Mitarbeiter bei Veränderungen einen verlässlichen Rahmen zu schaffen und ein Signal der Sicherheit zu senden", sagte Younosi der Zeitung. Die Vereinbarung solle mehr Transparenz bringen und die Verhandlungen bei künftigen Umstrukturierungen beschleunigen. "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden", sagte Kern. "Die Regelung gibt den von einer Restrukturierung betroffenen Mitarbeitern eine klare Perspektive und die nötige Sicherheit, dass sie mit den Veränderungen mitgehen können."

lie/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
hpampel 19.04.2019
1. Zu alt!
Personalumbau heißt das Zauberwort. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Substitution der älteren Mitarbeiter. Selbst der Personalverantwortliche von IBM sagt, dass Mitarbeiter ab 35 Jahren schon zu alt sind. Menschenverachtend aber immerhin ehrlich. Wer in Deutschland noch MINT Fächer studiert, dem kann man nicht mehr helfen.
JaIchBinEs 19.04.2019
2. MINT und BWL
Dem widerspreche ich. Aus: MINT-Fächer (https://de.wikipedia.org/wiki/MINT-Fächer) ---Zitat von wikipedia--- Die branchenübergreifende Wertschöpfung wird auf 250 Milliarden Euro geschätzt. ---Zitatende--- Im Übrigen vertreibt SAP *betriebswirtschaftliche Software*, das hat mit MINT erstmal wenig zu tun. Dennoch sind wg. der Digitalisierung aber Informatik-Kenntnisse der Mitarbeiter gefragt. Kaufmännisches und technisches Denken in einer Person ist nicht ganz konfliktfrei.
mdspandauer 19.04.2019
3. Unglaubliche Firma
Alle Leute, die ich kenne und damit arbeiten, hassen SAP (zumindest ERP und CRM) aus tiefstem Herzen. SAP schafft es trotzdem, die Firmen von sich abhängig zu machen, zumindest scheint der Schmerz, der beim Management ankommt, nicht groß genug zu sein, um einen unglaublich anstrengenden Wechsel herbeizuführen. Marketing und Sales verstehen anscheinend ihr Handwerk. Die Kollegen, die damit täglich zu tun haben, wirken wie Zombies. Ich muss zum Glück nur meinen Urlaub damit beantragen, aber schon bei dem Interaction Design rollen sich meine Fußnägel hoch. Aber Wahnsinn, dass die sich am Markt halten. da sind schon Könner am Werk, denn ein gutes Produkt verkaufen kann jeder.
fareast 19.04.2019
4. Solche Aussagen
Zitat von hpampelPersonalumbau heißt das Zauberwort. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Substitution der älteren Mitarbeiter. Selbst der Personalverantwortliche von IBM sagt, dass Mitarbeiter ab 35 Jahren schon zu alt sind. Menschenverachtend aber immerhin ehrlich. Wer in Deutschland noch MINT Fächer studiert, dem kann man nicht mehr helfen.
koennen auch nur von HR kommen, einer Gruppe von Leuten also, die von der Materie wenig bis keine Ahnung haben. Allen anderen ist klar, dass Anfaenger Anfaengerfehler machen, und wenn man sie, sobald sie was koennen, vor die Tuer setzt, weil sie angeblich zu alt sind, die naechste Runde Anfaenger wieder die gleichen Fehler macht.
AlternativeMeinung 19.04.2019
5.
Zitat von mdspandauerAlle Leute, die ich kenne und damit arbeiten, hassen SAP (zumindest ERP und CRM) aus tiefstem Herzen. SAP schafft es trotzdem, die Firmen von sich abhängig zu machen, zumindest scheint der Schmerz, der beim Management ankommt, nicht groß genug zu sein, um einen unglaublich anstrengenden Wechsel herbeizuführen. Marketing und Sales verstehen anscheinend ihr Handwerk. Die Kollegen, die damit täglich zu tun haben, wirken wie Zombies. Ich muss zum Glück nur meinen Urlaub damit beantragen, aber schon bei dem Interaction Design rollen sich meine Fußnägel hoch. Aber Wahnsinn, dass die sich am Markt halten. da sind schon Könner am Werk, denn ein gutes Produkt verkaufen kann jeder.
Das liegt daran, daß die meisten Leute gar nicht beurteilen können, was diese Software auszeichnet. Es gibt keine zweite Software auf dem Markt, die derart integrativ ist. Selbst wenn die momentane SAP GUI nicht das modernste ist, ist sie immer noch besser, als die alten Systeme, bei denen oft gar keine Plausibilitätsprüfung da ist. SAP hat die Stärken bei großen Unternehmen. Wer als kleiner Mittelständler ein SAP Großpaket einführt, ist falsch beraten worden. Und sich nicht an die SAP Prozesse anpaßt, hat ungeheure Aufwände.
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