Software-Konzern Technik-Vorstand Sikka verlässt SAP

Der Software-Konzern SAP baut seine Führungsmannschaft erneut um: Wenige Wochen vor Beginn der Alleinherrschaft von Bill McDermott hat Technik-Chef Vishal Sikka den Vorstand verlassen.

SAP-Zentrale in Walldorf: Umbau im Top-Management
DPA

SAP-Zentrale in Walldorf: Umbau im Top-Management


Stuttgart - Er galt als möglicher künftiger zweiter Mann bei SAP, doch nun ist die Karriere beim den deutschen Software-Konzern beendet: Technik-Vorstand Vishal Sikka verlässt das Unternehmen aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung, teilte SAP Chart zeigen überraschend mit. Der Aktienkurs des Unternehmens verlor am Montag kurz nach dem Börsenstart mehr als ein Prozent.

Für Sikka rücken Vertriebschef Rob Enslin und der bislang für die Anwendungsentwicklung zuständige Bernd Leukert als weltweiter Entwicklungschef in den Vorstand auf. Beide gehörten bislang dem erweiterten Führungszirkel "Global Managing Board" an.

Der Schritt Sikkas fügt sich ein in eine ganze Reihe von Umbaumaßnahmen im Führungsgremium von SAP. Im vergangenen Jahr hatten erst Personalchefin Luisa Delgado und der für das Cloud-Geschäft zuständige Lars Dalgaard das Unternehmen verlassen. Im Juli dann gab Co-Konzernchef Jim Hagemann Snabe bekannt, seinen Posten nach der Hauptversammlung am 21. Mai 2014 aufgeben und in den Aufsichtsrat wechseln zu wollen. Sein Kompagnon Bill McDermott soll dann allein das Ruder bei dem Konzern übernehmen.

Auch Snabe hatte persönliche Gründe angegeben, im Unternehmen mutmaßte man allerdings, dass es Unstimmigkeiten im Vorstand gegeben hatte. Ob es bei Sikka Reibereien mit anderen Führungsmitgliedern gegeben hatte, wollte ein Konzernsprecher nicht kommentieren. Im Umfeld des Unternehmens hieß es am Montag, die Gründe für Sikkas Rücktritt spielten "ganz stark ins Privatleben". Sikka zeichnete sich vor allem als Wegbereiter für SAPs Hoffnungsträger aus, der superschnellen Datenbank Hana.

Das Ausscheiden des Technik-Vorstands kommt auch deswegen überraschend, weil er als besonderer Schützling des SAP-Gründers und -Aufsichtsratschefs Hasso Plattner galt. Der betonte in der Mitteilung: "Unsere Freundschaft wird auch in Zukunft bestehen bleiben." Bei Analysten galt Sikka nach der Ankündigung von Snabes Rückzug als möglicher zweiter Mann neben McDermott - unter anderem auch deswegen, weil Plattner vor dessen Rückzugsankündigung einen Teil von Snabes Aufgaben an Technikvorstand Vishal Sikka delegiert hatte.

fdi/dpa



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