Ölriese aus Saudi-Arabien Aramco weist Berichte über verschobenen Börsengang zurück

Der Börsengang der Ölgesellschaft Aramco soll Saudi-Arabien bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen. Zuletzt kursierten Gerüchte, der Verkauf von Anteilen könnte sich verschieben. Dem widersprach das Unternehmen nun.

Logo von Aramco
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Der saudi-arabische Ölriese Aramco wird nach Angaben seines Vorstandschefs Amin Nasser wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2018 an die Börse gehen. "Der Börsengang ist im Zeitplan", sagte Nasser dem Fernsehsender CNBC. Er reagierte damit auf Berichte, der Verkauf von knapp fünf Prozent der Anteile könne verschoben werden. Ebenso wies Nasser Gerüchte zurück, die saudi-arabischen Behörden verhandelten bereits mit chinesischen oder anderen Investoren über einen Verkauf von Aramco-Anteilen.

Zuletzt hatte das Unternehmen mit Imageproblemen zu kämpfen. Das überraschende Börsen-Manöver hat in der Weltöffentlichkeit bisher vor allem den Eindruck hinterlassen, dass Saudi-Arabien sich eingestehen muss, gar nicht eine derart mächtige Ölnation zu sein wie stets proklamiert. Vor allem bei der Taxierung des Wertes von Aramco gab es unterschiedliche Meinungen. Nachdem optimistische Schätzungen auf zwei bis zweieinhalb Billionen Dollar gekommen waren, lagen interne Schätzungen nur bei rund 500 Milliarden Dollar (Lesen Sie hier mehr zu dem Thema).

Der Börsengang von Aramco soll dem Staat bis zu 100 Milliarden Dollar bringen. Saudi-Arabien hat wegen des Verfalls des Ölpreises ein Defizit von 200 Milliarden Dollar in den vergangenen drei Haushaltsjahren angehäuft.

Die Börsenpläne sind auch Teil der sogenannten "Vision 2030", mit der das Königreich seine Abhängigkeit von den Erdöleinnahmen reduzieren will. Dazu gehören auch die Gründung eines Staatsfonds, Strukturreformen und weitere Privatisierungen.

bam/afp



insgesamt 2 Beiträge
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ambulans 23.10.2017
1. nun,
wenn etwa institutionelle investoren z.b. aus der VR China - oder etwa Katar, Iran, Frankreich, Nord-Korea or whatsoever - ihre mind. 5 % beteiligung & einfluss haben wollen (und - inkl. option auf mehr - auch kriegen!) - was will dann diese aufgeblasene fönfrisur im white house dagegen vorbringen? etwa krieg gegen die gesamte welt?
willibaldus 24.10.2017
2.
Was sollte er dagegen vorbringen? Auch US Unternehmen oder institutionelle Anleger können Anteile kaufen. Mit insgesamt 5% Privatisierung bleibt der ausländische Einfluss auf das saudische Staatsunternehmen überschaubar.
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