Weltgrößter Ölkonzern Saudi-Arabien genehmigt Börsengang von Aramco

Eines der profitabelsten Unternehmen der Welt drängt an die Börse: Die Aktien des Ölkonzerns Saudi Aramco werden nach Angaben der Aufsichtsbehörde noch im Dezember zum ersten Mal gehandelt.

Raffinerie des Ölkonzerns Aramco in Abkaik: Astronomische Gewinne
Amr Nabil/ DPA

Raffinerie des Ölkonzerns Aramco in Abkaik: Astronomische Gewinne


Der Börsengang war schon 2016 angekündigt worden, nun ist er offiziell beschlossen: Die saudi-arabische Kapitalmarktbehörde hat den Börsengang des Ölkonzerns Aramco genehmigt.

Dem Antrag, Aktien auszugeben, werde stattgegeben, teilte die Aufsichtsbehörde auf ihrer Website mit. Im Dezember dürfen die Aktien erstmals gehandelt werden. Der Börsengang ist Teil des wirtschaftlichen Reformprogramms des Landes. Es soll Saudi-Arabien unter anderem unabhängiger vom Öl machen.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman strebt wirtschaftliche Reformen an
AFP

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman strebt wirtschaftliche Reformen an

Saudi Aramco, der staatliche Ölkonzern Saudi-Arabiens, ist der größte Erdölkonzern der Welt - und auch der wertvollste: Die Regierung hofft auf eine Bewertung von zwei Billionen Dollar und will an der Börse einen Anteil von fünf Prozent verkaufen.

Optimistische Schätzung

Fraglich ist, ob der Konzern so viel wert ist, wie die Regierung behauptet. Viele Analysten halten die Einschätzung der Regierung für zu optimistisch. Sie gehen davon aus, dass der Börsenwert niedriger ausfallen werde. Zwischenzeitlich war an den Märkten spekuliert worden, ob das Vorhaben womöglich verschoben oder sogar ganz auf Eis gelegt werden könnte.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman gilt als treibende Kraft hinter einer Reihe von wirtschaftlichen Reform- und Modernisierungsbestrebungen. Die Börsenpläne für Aramco sind auch Teil der sogenannten Vision 2030, mit der das Königreich seine Abhängigkeit von den Erdöleinnahmen reduzieren will. Dazu gehören auch die Gründung eines Staatsfonds, Strukturreformen und weitere Privatisierungen.

Der staatliche Konzern Arabian American Oil Company ist zuständig für fast alle Ölvorkommen im Wüstenstaat. Er fördert mehrere Millionen Barrel Öl täglich. Das bedeutet gut ein Zehntel der weltweiten Fördermenge - und damit mehr als doppelt so viel wie der US-Konkurrent Exxon. Der Konzern hatte sich im April erstmals in die Bücher schauen lassen und dabei astronomische Gewinne enthüllt. Demnach summierte sich der Nettogewinn im vergangenen Jahr auf 111,1 Milliarden Dollar.

mst/afp



insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
The Restless 03.11.2019
1. Super!
Habe schon ein paar Aktien vorbestellt, für mein Portfolio suche ich noch Aktien von Kim's Atomkonzern und Putin's Poloniomfabrik. Ach so - qualitativ hochwertige Knochensägen - sind die auch an der Börse?
5mark 03.11.2019
2. Interessant
Wenn Pokerspieler ihre Chips wieder in Geld zurücktauschen ist das Spiel zu Ende. Das nennt man cash out. Nichts anderes machen die Saudis grade. Wir sollten uns nicht fragen, was sie da machen sondern wieso.
rosinenzuechterin 03.11.2019
3. Das ist die Alternative zur Energiewende?
Es ist schon überaus paradox, wie viel Geld Autofahrer, Fluggäste und Ölheizer in aller Welt bezahlen, um diesem Unternehmen und dessen Eignern und Handaufhältern ein Leben in Saus und Braus zu ermöglichen, sich aber gleichzeitig mit kruden Argumenten gegen eine Energiewende stemmen, die uns von solchen Firmen und Staaten unabhängig machen und auch nicht mehr Geld als bisher kosten würde.
Beat Adler 03.11.2019
4. Mittelfristig, 10-25 Jahre, verbrennt niemand mehr Erdoel oder Erdgas
Mittelfristig, 10-25 Jahre, verbrennt niemand mehr Erdoel oder Erdgas, kurzfristig geht es der Kohle an den Kragen. Jede Tonne zusaetzlichem CO2 in der Athmosphaere verursacht stark anstegende Kosten, die bald nicht mehr zu bezahlen sind. Die wenigen Prozente des Erdoels, die nicht verbrannt werden, also fuer Anderes, Kunststoffe, Chemikalien aller Art gebraucht werden, fallen beim Austieg aus den fossilen Energietraegern nicht ins Gewicht. Die Verantwortlichen in Saudi Arabien, und sonst ueberall, wo Erdoel und Erdgas in Mengen gefoerdert wird, wissen das ganz genau. Der Umbau zu Syngas und Synfuel aus Sonne und/oder Wasserstoff aus Sonne, ist eine der Moeglichkeiten, die heute in Saudi Arabien in Pilotanlagen erprobt wird. Mit oder ohne dem Kronprinzen Mohamed Ben Salman, der den Ruf seines Landes massiv beschaedigte, bleibt Saudi Arabien Dank der grossen Flaeche mit Sonne satt, Waerme und Licht, und den langen Meereskuesten, fuer die Produktion von Energietraegern, eben CO2-Neutralen, interessant. Aus diesem Grund laesst kein Staat, der CO2-neutrale Brennstoffe will, Saudi Arabien fallen. MBS hin oder her, die Technologien, die Saudi Arabien fuer seine neue, erdoellose Zukunft benoetigt, werden weiterhin geliefert. Keine Firma zieht sich aus Saudi Arabien zurueck oder laesst Investitionen dort vor Ort fallen, taetigt sie nicht. MBS braucht fuer diesen Umbau jeden US$, den er dafuer bekommen kann! Und wir, die Junkies fuer Brennstoffe, wenn auch in Zukunft CO2-Neutrale, kaufen weiterhin dort ein, wo sie zu haben sind, inklusive in Saudi Arabien. mfG Beat
ali_yildirim 03.11.2019
5. Unabhängigkeit
Eine Unabhängigkeit nicht nur vom Öl, Unabhängigkeit von allem anderen, insbesondere von den USA und anderen Staaten sollten vielleicht auch verfolgt werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.