Saudi-Arabien Notenbank nach Öl-Schock zu Eingriffen auf Finanzmarkt bereit

Die saudi-arabische Notenbank hat der heimischen Finanzwirtschaft nach Drohnenangriffen Geldhilfen in Aussicht gestellt. Man könne jederzeit an den Märkten intervenieren.

Rauchschwaden über einer Ölraffinerie des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco
AFP

Rauchschwaden über einer Ölraffinerie des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco


Saudi-Arabien könnte sich von den Drohnenangriffen auf wichtige Ölraffinerien des Landes am vergangenen Wochenende rascher erholen als zunächst angenommen. Die nationale Zentralbank hat breite Unterstützung angekündigt.

Man stehe bereit, Geld zur Verfügung zu stellen, sagte der saudi-arabische Notenbankchef Ahmed bin Abdulkarim al-Chulaifi. Mit Währungsreserven von etwa einer halben Billion US-Dollar sei es "jederzeit möglich, an den Märkten zu intervenieren".

Drohnenangriffe halbierten Rohölproduktion auf einen Schlag

Die Zentralbank rechnet zwar nicht mit einem Liquiditätsengpass in der Wirtschaft, beachte aber mögliche Risiken. Die Drohnenangriffe auf die größte Ölanlage des Königreichs vom vergangenen Wochenende haben die Rohölproduktion des Landes auf einen Schlag in etwa halbiert.

Die Erlöse aus dem Ölexportgeschäft sind die mit Abstand größte Einnahmequelle des an Erdöl reichen Landes. Außerdem könnte der Angriff den seit langem geplanten Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Aramco beeinträchtigen.

Nach den Drohnenangriffen auf wichtige Ölanlagen Saudi-Arabiens rechnen Insider damit, dass sich die Produktion schneller normalisieren könne als ursprünglich erwartet. Sie werde binnen zwei bis drei Wochen wieder vollständig hochgefahren sein. Saudi-Arabien habe schon fast 70 Prozent der Produktionsmenge von 5,7 Millionen Barrel Öl pro Tag wiederhergestellt, die durch die Attacken lahmgelegt wurden.

Dies sorgte auch für eine kräftige Gegenbewegung am Ölmarkt. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,62 US-Dollar. Das waren 4,40 Dollar weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 3,84 Dollar auf 59,06 Dollar.

flg/dpa/Reuters



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