Saudi-Arabien Ölhändler ignorieren Verhaftungswelle

In Saudi-Arabien sind zahlreiche Mitglieder der Elite festgenommen worden, unter ihnen offenbar auch der reichste Mann der Region. Auf die Ölpreise hatte das bislang jedoch kaum Auswirkungen.

Erölraffinerie bei Dhahran an der Ostküste von Saudi-Arabien
DPA

Erölraffinerie bei Dhahran an der Ostküste von Saudi-Arabien


Die Verhaftung zahlreicher Minister und Prinzen in Saudi-Arabien hat sich bislang kaum auf die Ölpreise ausgewirkt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen zur Lieferung im Januar 60,42 US-Dollar. Das waren 35 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezember-Lieferung stieg um 23 Cent auf 55,87 Dollar.

Marktbeobachter erklärten die Gelassenheit der Märkte damit, dass sich konkrete Folgen für den Rohölmarkt wie Lieferengpässe gegenwärtig nicht abzeichneten.

In Saudi-Arabien waren am Wochenende viele Mitglieder der königlichen Familie festgenommen worden. Hintergrund sind Korruptionsvorwürfe und die Gründung einer neuen Anti-Korruptions-Behörde. Diese wird geführt von Kronprinz Mohammed bin Salman. Saudi-Arabien ist eines der ölreichsten Länder der Welt.

Unter den Dutzenden Festgenommenen ist laut regierungsnahen Medien auch der Milliardär Al-Walid bin Talal. Der Enkel des Staatsgründers Ibn Saudi ist dem Magazin "Forbes" zufolge mit etwa 16 Milliarden Euro Vermögen der reichste Mann der arabischen Welt. Ihm gehören über seine Kingdom Holding unter anderem zahlreiche Luxushotels wie das George V in Paris oder das Savoy in London. Auch am Kurznachrichtendienst Twitter Chart zeigen ist er beteiligt.

dab/dpa

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