Größter Börsengang der Welt Trump will Ölkonzern Saudi Aramco nach New York locken

Der Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco soll bis zu 100 Milliarden Dollar erlösen. Nun wirbt Donald Trump für New York als Börsenplatz - "das wäre wichtig für die USA".

Öltanks von Saudi Aramco
REUTERS

Öltanks von Saudi Aramco


US-Präsident Donald Trump hat sich in den Wettstreit der weltgrößten Börsenbetreiber um die geplante Neuemission des saudi-arabischen Ölgiganten Saudi Aramco eingeschaltet. Der Republikaner warb am Samstag für den New Yorker Aktienmarkt (Nyse) als Börsenplatz für das Unternehmen.

Er würde es sehr schätzen, wenn sich Saudi-Arabien für New York als Börsenplatz für Aramco entscheiden würde, schrieb Trump auf Twitter. Das wäre wichtig für die USA. Weitere Details nannte der Milliardär nicht.

Ein Börsengang von Aramco könnte der größte aller Zeiten werden. Saudi-Arabien will bis zu fünf Prozent der Anteile an die Börse bringen und damit schätzungsweise 100 Milliarden Dollar erlösen. Die Papiere sollen an der Börse in Riad sowie an einem internationalen Finanzplatz notiert werden. Als Favoriten galten zuletzt New York und London. Derzeit tobt ein Wettbewerb unter den Börsenbetreibern. Auch Hongkong und Tokio haben Interesse an Saudi Aramcos Börsennotiz. Ein Aramco-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern. Die New Yorker Börse lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Anteilsverkäufe sollen Saudi-Arabien bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen. Das Land hatte in den vergangenen drei Haushaltsjahren wegen des Verfalls des Ölpreises ein Defizit von 200 Milliarden angehäuft. Kronprinz Mohammed bin Salman sagte, er rechne damit, dass Aramco als Gesamtunternehmen an der Börse mit mehr als zwei Billionen Dollar bewertet werde. Internen Schätzungen zufolge kommt der Konzern allerdings nur auf rund 500 Milliarden Dollar.

Der 32-jährige bin Salman will genügend Mittel freischaufeln, um sein Land aus der Abhängigkeit von Ölexporten zu lösen. Dazu treibt er die sogenannte "Vision 2030" voran, eine Reihe von Reformplänen. Die Börsenpläne für Aramco gehören ebenso dazu wie die Gründung eines Staatsfonds, Strukturreformen und weitere Privatisierungen.

mja/AP/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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joG 05.11.2017
1. Interessant,....
....dass man wohl überlegt auf eine Notierung innerhalb der EU verzichten scheint zu wollen. Das verstünde ich sehr gut, glaube auch nicht, dass man hier die Grunde dafür beseitigen würde wollen. Dazu wären die notwendigen gesellschaftliche Änderungen zu grundlegend.
friesenheino 05.11.2017
2. Was soll der Quatsch,
in NY wird der Börsengang sowie erfolgen, wo denn sonst? Trump sucht nur Schmeicheleinheiten, die er auch auf allen Ebenen dringend braucht, aber nicht verdient.
mwroer 05.11.2017
3.
Zitat von joG....dass man wohl überlegt auf eine Notierung innerhalb der EU verzichten scheint zu wollen. Das verstünde ich sehr gut, glaube auch nicht, dass man hier die Grunde dafür beseitigen würde wollen. Dazu wären die notwendigen gesellschaftliche Änderungen zu grundlegend.
Bei Bösengängen geht es nicht um gesellschaftliche Grundlagen sondern rein um finanzpolitische und börsenspezifische Dinge. Die Aramco Overseas hat Ihren Hauptsitz ohnehin in Europa (Niederlande) und Ableger in London und Paris - da bietet sich ein Börsengang in London an. New York ist wegen des 'mehr an offen zu legenden Informationen' nicht so so beliebt, hat aber wegen der politischen Verbindungen natürlich gute Chancen. Ich denke letztlich wird es London weil es beides gut verbindet. Das dürfte aber auch von den Brexit-Verhandlungen abhängen und wie Moelis entscheidet, die den Börsengang letztlich planen und organisieren. Die wiederum sind in New York gut verdrahtet. Entscheidend ist halt auch: Wie viel Firmeninterna will man offenlegen. Das ist bei jeder Börse anders und Aramco hat schon die ersten Beulen seit der Wert der Gesamtfirma nach unten korrigiert werden musste und nur mit massiven Steuererleichterungen in Saudi-Arabien wieder etwas gepusht wurde.
mimoun74 05.11.2017
4. Nicht zu empfehlen
Für den Fall das die Saudis Aramco in New York listen wäre das ein folgenschwerer Fehler. Denn wie viele deutsche Firmen (z.B.: Daimler) unterliegen sie dann der US Justiz. Das bedeutet zum Ersten das die New York Stock Exchange (und indirekt CIA/FBI/NSA) tiefe Einsicht in die Papiere,Bilanzen und Abschlüsse erhalten. Wichtiger ist jedoch das im Klagefall (welche es von 9.11 Angehörigen schon gibt) die US Justiz oder Politik direkten Zugriff auf die finanziellen Werte von Aramco nehmen kann. Anders gesagt: aktuelle oder zukünftige Milliarden-Klagen in den USA gegen den Saudischen Staat können nun auch wirklich schmerzhafte finanzielle Konsequenzen haben , da man sich mit dem Finanzplatz USA auch der örtlichen Jurisdiktion unterwirft. Ich bin mir nicht sicher ob sich die Saudis(und andere Investoren) dem bewusst sind.
der_rookie 05.11.2017
5. Hm
@DonaldTrump: Wenn man eine Firma holen moechte geht es nicht darum ob es fuer die USA wichtig waere, sondern ob es fuer die Firma hilfreich waere @Spiegel: Es wuerde sich moeglicherweise um den groessten Boersengang der Geschichte handeln. Die Formulierung "aller Zeiten" umfasst dagegen auch die Zukunft. "Groesster Boersengang aller Zeiten", ist insofern keine Formulierung fuer serioesen Journalismus
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