Börsengang Saudi Aramco reserviert Aktien für Privatanleger

Es dürfte einer der größten Börsengänge weltweit werden: Anleger können ab kommendem Sonntag Aktien des saudi-arabischen Energiekonzerns Aramco zeichnen. Auch private Investoren sollen zum Zug kommen.

Werbung für Aramco in Riad: Auch Privatanleger können Aktien erwerben
FAYEZ NURELDINE / AFP

Werbung für Aramco in Riad: Auch Privatanleger können Aktien erwerben


Am kommenden Sonntag soll die Zeichnungsfrist für Aktien des saudi-arabischen Energiekonzerns Saudi Aramco beginnen. Erwartet wird einer der größten Börsengänge aller Zeiten.

An Privatanleger sollen laut dem Prospekt zunächst 0,5 Prozent der Anteile verkauft werden. Sie können die Aktien voraussichtlich vom 17. bis 28. November zeichnen. Die zu verkaufende Menge für institutionelle Anleger soll zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Sie haben bis 4. Dezember Zeit für ihre Order. Das geht aus dem Börsenprospekt hervor, den der Staatskonzern am späten Samstagabend veröffentlichte.

Eine Woche zuvor hatte Saudi-Arabiens Finanzmarktbehörde CMA die Genehmigung erteilt für den seit etwa drei Jahren angestrebten Gang aufs Parkett. Saudi Aramco ist die weltgrößte Erdölfördergesellschaft und gilt als einer der profitabelsten Konzerne überhaupt.

Saudi-Arabien will Abhängigkeit vom Ölgeschäft reduzieren

Die Schätzungen über den Umfang des Börsengangs gehen weit auseinander. Kronprinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher Saudi-Arabiens, hatte auf eine Gesamtbewertung des Unternehmens von mehr als zwei Billionen Dollar gehofft. Analysten gehen dagegen von höchstens 1,5 Billionen Dollar aus. Ein Anteil von einem Prozent wäre somit 15 Milliarden Dollar wert.

Mit den erhofften Milliarden-Einnahmen aus dem Börsengang will sich das Königreich unabhängiger vom Öl- und Gasgeschäft machen. Das Geld soll in andere Wirtschaftszweige investiert werden.

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Der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija hatte zuletzt unter Berufung auf Insider berichtet, dass an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul bis zum Jahresende zunächst ein Prozent der Aktien notiert werden sollen und 2020 ein weiteres Prozent. Im Jahr 2020 oder 2021 solle ein internationales Angebot folgen.

brt/dpa

insgesamt 15 Beiträge
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so-long 10.11.2019
1. "Arabische Telekom"?
Warum beteiligt jemand Dritte an seiner Gold(?)mine, auf der er sitzt? Aus reiner Menschenliebe, unter besonderer Berücksichtigung der Herzen von retail-investoren?
helmut.alt 10.11.2019
2. Man beteiligt Dritte an der Goldmine,
damit Geld von draußen reinkommt, auf das man angewiesen ist, weil die Ausgaben im eigenen Land immer mehr steigen und weil man Kapital für neue Wirtschaftsprojekte benötigt. Also ein normaler Vorgang.
iffelsine 10.11.2019
3. Ein zeitlich begrenztes Investment !
Die Firma lebt vom Öl, ist das Öl alle oder auf der Welt nicht mehr erwünscht, ist die Aktie wertlos, denn auch das Anlagevermögen, also die Förderanlagen braucht keiner. King Salmann weiß das auch und verkauft nun eben schon mal den ersten Teil und über die kommenden Jahre ist dass wie Entwicklungshilfe für sein Land. Es wird immer klarer werden, dass die Substanz des Unternehmens immer weniger wird und der eigentliche Gewinn der Aktionäre ist eine vermeintlich gute Ausschüttung. Die Aktie selbst löst sich über die kommenden Jahrzehnte ebenfalls auf.
senkfuss 10.11.2019
4.
Zitat von so-longWarum beteiligt jemand Dritte an seiner Gold(?)mine, auf der er sitzt? Aus reiner Menschenliebe, unter besonderer Berücksichtigung der Herzen von retail-investoren?
Vielleicht, weil da kaum noch Gold in der Mine zu finden ist? Das schwarze Gold dem Jemen zu stehlen hat ja offensichtlich auch nicht so richtig geklappt. Bleibt also nurnoch der Anleger als Kuh, die man melken kann.
izach 10.11.2019
5. Achtung!
Die Ölförderer sind quasi die Intensivtäter des Klimawandels. Durch deren Profitgier entsteht jeden Tag ein neues Verbrechen an der Menschheit. Millionen Tonnen Kunststoffe werden produziert und landen im Meer. Öl wird gefördert und das Co2 + NoX + Feinstaub verpesten die Luft. Wenn die Menschheit nur halbwegs ernsthaft an nachhaltige Entwicklung denkt, ist Aramco schon bald nichts mehr Wert und Milliarden $ Aktienkapital vernichtet.
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