Schadensersatz BP verkauft Anlagen für fünf Milliarden Dollar

Der Energiekonzern BP braucht dringend Geld für mögliche Schadensersatzzahlungen: Zweieinhalb Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexico verkauft das Unternehmen fünf seiner Anlagen - für 5,5 Milliarden Dollar.

Pelikan nach "Deepwater Horizon"-Katastrophe: Der Konzern braucht Geld
AFP

Pelikan nach "Deepwater Horizon"-Katastrophe: Der Konzern braucht Geld


Houston - Dem Energieriesen BP drohen wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexico Schadensersatzzahlungen von bis zu 21 Milliarden Dollar. Im Rahmen eines Verkaufsprogramms hat der Konzern nun die Anteile für fünf seiner Anlagen an das texanische Unternehmen Plains Exploration & Production veräußert - für 5,5 Milliarden Dollar. Die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen.

Der Verkauf sei Teil der Strategie, sich auf besonders große und lukrative Projekte zu konzentrieren, hatte das Unternehmen im Vorfeld mitgeteilt. Sieben aktive und zukünftige Quellen bleiben den Briten in der Region erhalten. BP hatte die konkreten Verkaufsabsichten im Golf von Mexiko bereits im Mai verkündet - und seitdem nach einem Käufer gesucht. Für den Konzern seien die abzustoßenden Ölquellen "ohne strategische Bedeutung", hatte Vorstandschef Bob Dudley damals erklärt.

Im Golf von Mexiko war im April 2010 die Plattform "Deepwater Horizon" explodiert und hatte eine Umweltkatastrophe mit verheerenden Folgen ausgelöst. Das Unglück kostete elf Menschen das Leben und verursachte einen Milliardenschaden. BP beschloss daraufhin, sich von Firmenwerten in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar zu trennen, um die Kosten decken zu können.

Die Rechnung für die Katastrophe könnte höher ausfallen, als von der Londoner Konzernzentrale bisher erwartet. Auch nach der Einigung mit Tausenden privaten Klägern auf die Entschädigung für Umweltschäden und Geschäftseinbußen über eine Summe von rund 7,8 Milliarden US-Dollar zeigt sich das US-Justizministerium hart. Die USA werfen BP vor, vor der Katastrophe "grob fahrlässig" gehandelt zu haben.

lei/dpa/AFP



insgesamt 5 Beiträge
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seppuproff 10.09.2012
1. Notleidend
Wie groß die Not von BP & Co ist, sehe ich täglich an der Tankstelle. Notopfer Deepwater Horzion bei BP ... Welche Gründe haben die anderen für ihre Abzocke? Profitmaximierung zu Lasten der Umwelt und auf Kosten der Verbraucher!!!
jo66 10.09.2012
2. Geheule
Mich nervt diese ständige Geheule "Ach wie teuer ist der Sprit, ach die Zocken doch ab..." Aber - jedes Jahr x-mal in Urlaub fahren, mit dem Auto... - oder gar noch fliegen... - jeden km mit dem Auto fahren, Es ist nun mal die Aufgabe von Unternehmen Geld zu verdienen. Dass ist warum die Unternehmen laufen. Alles andere ist doch nur Heuchelei! Natürlich hat BP Scheiße gebaut, läuft da eine Große Sauerei auf Kosten der Umwelt ab, aber wir alle, Autofahrer, Heizölverbrenner, Atomkraftstromnutzer tragen unseren Teil dazu bei.
rgom 10.09.2012
3.
Zitat von seppuproffWie groß die Not von BP & Co ist, sehe ich täglich an der Tankstelle. Notopfer Deepwater Horzion bei BP ... Welche Gründe haben die anderen für ihre Abzocke? Profitmaximierung zu Lasten der Umwelt und auf Kosten der Verbraucher!!!
Oh, Sie armes Opfer der Ölindustrie. Ich habe eine Idee: Wie wäre es, wenn Sie einfach nicht mehr oder zumindenst weniger autofahren? Übrigens, genauso wenig wie der Strom aus der Steckdose kommt, kommt das Benzin aus dem Zapfhahn. Gründen Sie halt ihre eigene Ölgesellschaft, die das Öl für Ihr Auto umweltfreundlich und nachhaltig fördert.
mischpot 11.09.2012
4. Noch schnell verkaufen
und die Milliarden verschwinden lassen, bevor Sie gepfändet werden könnten. 38 Milliarden haben Sie so schon zur Seite geschafft, Wo ist das Geld und wieviel davon ist tatsächlich zur Beseitigung und Entschädigung geflossen?
seppuproff 11.09.2012
5. Genervt
@jo 66,rgom Ich radle täglich an mehreren Tankstellen vorbei. Mein letzter Tankstopp mit dem Auto war Anfang Mai, die Tankuhr zeigt heute 1/2 voll. (ca 20 ltr.) Glücklicherweise bin ich kein Fernpendler! Machen Sie mit? Wenn unsere Ölgesellschaft nur das Öl vermarkten würde, das aus Bohrlöchern und Pipelines leckt, dann wäre sie umweltfreundlich, nachhaltig und profitabel! Machen Sie mit? Willkommen!
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