Schlechte Beratung Bankkunden unzufrieden wie noch nie

Viele Anleger verloren in der Krise ihr Geld - und fühlten sich von ihrer Bank schlecht beraten. Ihrem Zorn machen sie vermehrt Luft: Beim Privatbanken-Verband gingen mehr Beschwerden ein als je zuvor. Die Geldinstitute geloben Besserung, verweisen aber auch darauf, dass viele Kunden zu unrecht meckern.

Banken in Frankfurt am Main: Mehr Kundenbeschwerden als je zuvor
dapd

Banken in Frankfurt am Main: Mehr Kundenbeschwerden als je zuvor


Berlin - So viele Kunden wie noch nie haben sich im vergangenen Jahr über ihre Bank beschwert. Bei den Ombudsleuten der deutschen Banken ging deutlich mehr Post ein als bislang: Die Zahl der Beschwerden stieg im Vergleich zum Vorjahr von 4800 auf 6500. Das war eine Zunahme um 35 Prozent, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mit. Seit dem Start des Kunden-Beschwerdeverfahrens 1992 sei dies die höchste Zahl an Beschwerden gewesen.

Der Bankenverband machte die Finanz- und Wirtschaftskrise für die Entwicklung verantwortlich: Die Beschwerden vor allem wegen der Wertpapierberatung seien nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 erheblich angestiegen. Zahlreiche Kleinanleger hatten mit Zertifikaten der Bank ihr ganzes darin investiertes Geld verloren und klagten gegen Falschberatung. Laut Bankenverband betrafen rund 48 Prozent und damit ein Großteil aller Beschwerden den Bereich Wertpapiergeschäft.

Die Banken seien "weiterhin aufgerufen, durch entsprechende interne Maßnahmen konsequent für eine gute Anlageberatung zu sorgen", sagte der Vizehauptgeschäftsführer des Verbands, Hans-Joachim Massenberg. Die Beratung müsse auf den Kunden zugeschnitten sein. Die Schlichtungspraxis habe aber auch gezeigt, dass die Beratung in der Praxis besser sei als "mancherorts ihr Ruf". Laut BdB ging gut die Hälfte der entschiedenen Schlichtungsfälle zugunsten der Banken aus.

Zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Kunden und Privatbanken waren bislang fünf unabhängige Ombudsleute da - ehemalige Richter oder Beamte. Wegen der zunehmenden Beschwerden sei zu Anfang Juni ein sechster Ombudsmann berufen worden, teilte der Bankenverband mit. Die Kundenbeschwerdestelle sei personell verstärkt worden.

Kunden einer Privatbank, die sich beschweren wollen, müssen den Sachverhalt schriftlich schildern, notwendige Unterlagen in Kopie beifügen und beides an die Kundenbeschwerdestelle beim Bundesverband Deutscher Banken, Postfach 040307, 10062 Berlin richten. Das Schlichtungsverfahren ist kostenlos.

otr/AFP



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
juergw. 27.08.2010
1. Beratung ? Verkaufen !
meine Anlagen gestaltete ich lieber selber.Die Hausbank will einem nur ihre eigenen Produkte aufschwatzen. Man muß sich selber schlau machen oder sein Geld risikofrei auf das Sparbuch legen.
soundscape 27.08.2010
2. Richtig
Zitat von juergw.meine Anlagen gestaltete ich lieber selber.Die Hausbank will einem nur ihre eigenen Produkte aufschwatzen. Man muß sich selber schlau machen oder sein Geld risikofrei auf das Sparbuch legen.
Irgendwie finde ich das lustig: Bei jedem blöden anzuschaffenden Fernseher werden monatelang Testhefte und Foren gewälzt, bis einer gefunden wird, der noch einen HDMI-Anschluss mehr hat und online irgendwo noch 10 Euro weniger kostet - aber bei Geldgeschäften und Versicherungen vertraut man fast blind dem Herrn Kaiser mit seinem seriösen Anzug oder den Jungs, bei denen Vertrauen der Anfang von allem ist...
jburton 01.09.2010
3. ...
Hab dazu noch ein Artikel gefunden, auch interssant :-) http://www.biallo.de/finanzen/Geldanlage_Fonds/bankenombudsmann-rekordansturm-auf-die-schlichtungsstelle.php
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.