Schlechtes Arbeitsklima Mitarbeiter von France Télécom gehen auf die Straße

Es ist ein Protest gegen aus ihrer Sicht unerträgliche Arbeitsbedingungen: Beschäftigte von France Télécom haben mit einem Streik auf die Missstände in dem Konzern hingeweisen. 24 Mitarbeiter hatten dort in 19 Monaten Selbstmord begangen - der Vizechef musste bereits gehen.
France Télécom-Mitarbeiter: 24 Selbstmorde in 19 Monaten

France Télécom-Mitarbeiter: 24 Selbstmorde in 19 Monaten

Foto: FRED DUFOUR/ AFP

Paris - Die Aufregung um France Télécom   geht weiter: Nach einer Serie von Selbstmorden von Mitarbeitern haben Beschäftigte des Kommunikationsunternehmens am Dienstag mit einem Streik gegen die Verschärfung der Arbeitsbedingungen protestiert.

Sie wehren sich besonders gegen einen weiteren Stellenabbau, die Pflicht zur Mobilität, die Schließung von Niederlassungen und Leistungsvorgaben für die einzelnen Mitarbeiter. An dem Ausstand beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben 30 bis 40 Prozent der Mitarbeiter. Das Unternehmen sprach von 15 Prozent Streikenden.

In den vergangenen 19 Monaten hatten sich 24 Mitarbeiter von France Télécom das Leben genommen. Die Gewerkschaften werten das als Ergebnis der unmenschlichen Arbeitsbedingungen und des Programms "time to move" zum schnellen Stellenwechsel. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern 22.000 Arbeitsplätze gestrichen.

Wirtschaftsministerin Christine Lagarde hatte Konzernchef Didier Lombard ins Ministerium zitiert und zur Unterstützung der Mitarbeiter aufgerufen. Der für seinen harten Sparkus bekannte Vizechef des Unternehmens, Louis-Pierre Wenes, wurde am Montag entlassen.

Zu Wenes' Nachfolger wurde Lagardes früherer Kabinettsdirektor Stephane Richard ernannt. Richard erklärte am Dienstag, die Selbstmorde hätten ihn erschüttert. Er versprach eine "soziale Erneuerung, die das Unternehmen nötig habe".

jok/dpa
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