Insolvente Drogeriekette Schlecker-Kinder wollen Unternehmen zurückkaufen

Für die insolvente Drogeriekette Schlecker hatten sich 20 Investoren interessiert - nun ist nach SPIEGEL-Informationen nur noch einer übrig. Für die Mitarbeiter gibt es dennoch etwas Hoffnung: Die Kinder des Gründers, Meike und Lars, suchen offenbar einen Partner, um das Unternehmen zurückzukaufen.
Lars und Meike Schlecker (Archivbild): Offenbar auf der Suche nach einem Co-Investor

Lars und Meike Schlecker (Archivbild): Offenbar auf der Suche nach einem Co-Investor

Foto: Stefan Puchner/ dpa

Hamburg - Der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat große Schwierigkeiten, Geldgeber für die Drogerie-Kette zu finden. Nach SPIEGEL-Informationen soll es inzwischen nur noch einen Interessenten geben, der sich das Unternehmen genauer angeschaut habe.

Vor kurzem hatte Geiwitz noch von mehr als 20 möglichen Interessenten gesprochen, mit einigen von ihnen wollte er ab dieser Woche eigentlich in ernsthafte Verhandlungen treten. Doch diese Pläne scheinen jetzt durchkreuzt.

Allerdings hält Geiwitz selbst an dem Vorhaben fest. Am Samstagabend erklärte er laut Nachrichtenagentur Reuters, es gebe nach wie vor mehrere Angebote. "Wir haben eine ganze Reihe von Interessenten gefunden, mit denen wir in den nächsten Wochen sprechen werden."

Am Donnerstag waren die Gespräche über die Finanzierung einer Transfergesellschaft für die Schlecker-Beschäftigten gescheitert. Grund war das Veto der FDP, die staatliche Bürgschaften für die Transfergesellschaft strikt ablehnte. 10.000 Mitarbeiterinnen stehen damit auf der Straße.

Für die verbleibenden Beschäftigten gibt es immerhin noch etwas Hoffnung. So heißt es nach SPIEGEL-Informationen in Finanz- und Gläubigerkreisen, dass die Kinder des Firmengründers Anton Schlecker, Meike und Lars, selbst auf der Suche nach einem Co-Investor sind, mit dem sie das Unternehmen zurückkaufen wollen. Erhalten sie den Zuschlag, erwerben sie sämtliche Vermögensgegenstände, also die verbliebenen Filialen, die Immobilien, die Ware und zusätzlich noch den Fuhrpark. Der Geschäftsbetrieb könnte am Laufen gehalten werden.

Auf diese Weise ließe sich das neue Unternehmen für die alten Besitzer ohne Altschulden weiterbetrieben. Mit dem Geld für den Erwerb des geschrumpften Schlecker-Imperiums würde Insolvenzverwalter Geiwitz die Gläubiger bedienen können - die Neueigentümer hätten mit ihnen nichts mehr zu tun. Die sogenannte übertragende Sanierung wäre geglückt. Ob es allerdings tatsächlich dazu kommt, ist bisher völlig offen.

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