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14. März 2012, 11:18 Uhr

Schleckers Schließungsliste

Rollladen runter von Aachen bis Zwiesel

Schlecker hat die Liste von mehr als 2000 Drogerie-Filialen veröffentlicht, die endgültig geschlossen werden - weitere dürften folgen. Die betroffenen Märkte sind auf ganz Deutschland verteilt. Sie beginnen sofort mit dem Räumungsverkauf.

Ehingen - Von Aachen bis Zwiesel reicht die 40-seitige Liste, die Schlecker am Mittwoch im Internet veröffentlicht hat. Es handle sich um eine vorläufige Übersicht, bei der sich noch Änderungen ergeben können, teilte das Unternehmen mit. Die Schließung der Märkte auf der Liste gilt aber als sicher. Sie beginnen ab sofort mit einem Räumungsverkauf mit 30 Prozent Rabatt auf alle Produkte, die keiner Preisbindung unterliegen.

Die bisher 2010 betroffenen Filialen sind bereits am Dienstagabend per Fax darüber informiert worden, dass ihr Standort geschlossen werden soll: "Wir müssen Ihnen heute leider mitteilen, dass Ihre Verkaufsstelle nach vorläufigem Stand zum 24. März 2012 geschlossen wird", heißt es dort.

Von derzeit etwa 5400 Schlecker-Filialen sollen nach Angaben des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz 3120 Märkte erhalten bleiben. Derzeit verhandelt Geiwitz mit den Arbeitnehmervertretern noch über die Prüfung von rund 400 weiteren Läden. Ursprünglich war von 2400 Filialen die Rede, die geschlossen werden sollten. Etwa 12.000 Mitarbeitern soll die Kündigung ausgesprochen werden.

Betroffene Mitarbeiter werden nicht automatisch gekündigt

Die Beschäftigten, deren Filialen geschlossen werden, verlieren nicht zwangsläufig ihren Job, teilte Schlecker mit. "Die wirtschaftlich unvermeidlichen Entlassungen werden einem Sozialplan folgen, dessen Ausgestaltung noch Teil der aktuell laufenden Gespräche zwischen dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und dem Schlecker-Gesamtbetriebsrat sowie der Gewerkschaft Ver.di ist", teilte das Unternehmen mit.

Die Parteien waren am Dienstag zu mehrtägigen Gesprächen im thüringischen Oberhof zusammengekommen. Sowohl Geiwitz als auch der Ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke bezeichneten die Gespräche als schwierig, aber konstruktiv. "Wir sind auf einem gutem Weg", sagte Geiwitz. Beide Seiten müssten sich noch bewegen, aber er glaube, "dass am Ende des Tages eine Lösung möglich ist".

Investoren zeigen Interesse an Schlecker

Neben dem Sozialplan ist die Finanzierung einer Transfergesellschaft eines der Themen. Am Wochenende hatte das Bundeswirtschaftsministerium es abgelehnt, die Gesellschaft mit Mitteln der staatlichen Förderbank KfW auszustatten.

Parallel dazu ist Geiwitz auf der Suche nach Investoren für Schlecker - offenbar erfolgreich: "Ich habe eine zweistellige Zahl von Interessenten, die auch schon umfangreiche Unterlagen bekommen haben", sagte Geiwitz der "Welt". Darunter seien "bekannte Namen". "Die ersten Gespräche waren gut. Die Interessenten wissen, welche Fehler im Unternehmen gemacht wurden", sagte Geiwitz. Die Investorensuche laufe nach Plan.

nck/dpa/dapd

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